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Ärztemangel in Deutschland: zur aktuellen Lage und unseren Motiven

Der Ärztemangel in Deutschland ist ein seit Jahren stetig wiederkehrendes Thema. In Anlehnung an unterschiedliche Studien variieren die Aussagen der Berichterstattung teilweise sehr stark: So heißt es einerseits, dass ein großer Medizinermangel vorherrscht und die Ärztevermittlung verstärkt eingesetzt werden sollte. Andererseits zeigen die Medien häufig einen Überschuss an Medizinern auf. Die Inhalte können irritieren, deshalb lohnt es sich, die Fakten einmal zu filtern und neu zu sortieren.

Auch Ärzte werden älter

Über die aktuelle Situation in Deutschland streiten sich die Experten: Laut Kalkulation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herrscht auf dem Bundesgebiet ein klarer Mangel an Medizinern. Demnach fehlen etwa 2.000 Fachärzte sowie 2.600 Hausarztpraxen. Doch damit nicht genug. Bis 2021 werde der Mangel weiterhin ansteigen, da in den folgenden Jahren über 50.000 Ärzte in Ruhestand begeben werden. Die Ärztevermittlung hätte demnach in den nächsten Jahren einiges zu tun, um den drohenden Versorgungsengpass abzuwenden.

Die Problematik der Altersstruktur bei Ärzten wird auch in anderen Untersuchungen berücksichtigt, wenn auch die Ärztemenge erst einmal positiv bewertet wird. So berichtete etwa „Spiegel Online“ im April 2014 von der Ärztestatistik der Bundesärztekammer, laut welcher sich die Ärztezahl auf einem „Rekordhoch“ befindet. Im selben Atemzug wird das Ergebnis jedoch relativiert: Denn die Studie zeigt auch, dass sich viele der beschäftigten Ärzte in den kommenden Jahren das Rentenalter erreichen werden. Darüber hinaus sind viele Ärzte nur noch als Teilzeitkräfte tätig, was die Patientenversorgung ebenfalls einschränkt.

Ärzteanzahl top, räumliche Verteilung flop?

Doch es gibt auch komplett andere Ansätze für die aktuelle Ärztesituation. Zuletzt veröffentlichte die AOK eine Studie mit Ergebnissen, die klar gegen einen Ärztemangel sprechen. Demnach herrscht in vielen Fachrichtungen sogar ein massiver Überschuss an Medizinern. Allen voran stehen die Fachinternisten mit einer Überversorgung von 233,3 Prozent, gefolgt von Anästhesisten (171,9 Prozent), Chirurgen (171,5 Prozent) und Radiologen (161,5 Prozent). Insgesamt sind laut Studie bundesweit etwa 34.000 Ärzte zu viel tätig. Der Konsens der Studie: Fachkräfte gibt es genügend, jedoch sind diese räumlich ungleich verteilt. Die meisten Ärzte zieht es in die Städte, was in den Ballungszentren zu einer übermäßigen Patientenversorgung führt. Im Gegenzug dazu verwaisen einige Landstriche in medizinischer Hinsicht regelrecht. In einigen Regionen gibt es viel zu wenige Hausärzte- und Fachärztepraxen.

Ärztevermittlung als regionale Lösung

Krankenkassen gegen Medizinerbranche: Wer kommt der Wahrheit am nächsten? Es ist und bleibt schwer zu sagen. Wie so oft liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo in der Mitte. Unbestritten klagen einige deutsche Regionen über einen bestehenden oder drohenden Mangel an Medizinern. Dazu zählen vor allem ländliche Gegenden in den alten, aber auch in den neuen Bundesländern. Als spezialisierter Personaldienstleister für Mediziner erhalten wir immer wieder Anfragen von Kliniken und Praxen, die auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften sind. Dieses Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land ist auch 2015 weiterhin unverändert. Die Ärztevermittlung ist und bleibt deshalb für viele Einrichtungen eine Erfolg versprechende Chance, freie Positionen in unterschiedlichsten Fachbereichen auszufüllen.

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