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Ärztemangel auf dem Land: Landärzte fehlen – auch in Zeiten der Corona-Krise

Dass Landärzte in Deutschland fehlen, ist ein lange bekanntes Problem. Es ist nur wegen der Corona-Krise etwas in den Hintergrund getreten. Mit speziellen Studienplätzen hatte man begonnen, dem entgegenzusteuern. Dafür soll es nun ein vereinfachtes Zulassungsprinzip geben.

Bayern ergreift ungewöhnliche Maßnahmen

In diesem Jahr sollen die speziellen Medizinstudienplätze für künftige Landärzte in einem vereinfachten Verfahren vergeben werden, so teilt das Gesundheitsministerium Bayerns mit.

Einmalig im Wintersemester 20/21 wird die Zulassung der Bewerber zur Landarztquote ausschließlich nach der ersten Stufe des Auswahlverfahrens bzw. der daraus entstandenen Rangliste erfolgen. Wie man im Landtag hörte, habe der Schutz vor Infektionen höchste Priorität, und somit sollen die Auswahlgespräche ausgesetzt werden.

Bislang gab es ein zweistufiges Verfahren, bei dem es erstens um einen fachspezifischen Eignungstest geht, und zweitens um Auswahlgespräche. Nun soll für ein Jahr lediglich die Rangliste aus den Eignungstest entscheiden, wer die Studienplätze erhält. Allerdings werden auch bereits gewonnene Erfahrungen der Bewerber berücksichtigt, wie ein Ehrenamt oder ein Freiwilligendienst im medizinischen Bereich.

So funktioniert die Bevorzugung für Hausärzte

Um dem teilweise eklatanten Hausärztemangel entgegenzuwirken hatte man beschlossen, bis zu 5,8% aller Medizinstudienplätze in Bayern für Studenten zu reservieren, die nach Abschluss ihrer Ausbildung für mindestens zehn Jahre als Hausarzt in einer Region arbeiten, die als unterversorgt im medizinischen Bereich gilt oder davon bedroht ist.

In absoluten Zahlen heißt das: rund 110 Plätze im Jahr werden so vergeben. Die Bewerbungen dafür liegen bei über 800.

Kritik an Landarztquote im Allgemeinen

Abhängig von dieser geplanten Lockerung gibt es an der "Hausarztquote" bei den Medizinstudenten schon lange Kritik, beispielsweise bei den Kinder-und Jugendärzten. Denn man kann von einem Mangel an Medizinern in allen Bereichen sprechen. So forderte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in NRW schon vor langer Zeit, dass die Gesamtheit der Medizinstudienplätze um rund ein Drittel aufgestockt werden müsse.



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