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Ärzte wehren sich gegen die Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Aktionen in verschiedenen Bundesländern sollen zeigen, dass die Ärzte mit den neuesten Plänen des Gesundheitsministers nicht einverstanden sind. Unter dem Motto "Lauterbach saugt Praxen aus" mobilisieren die Ärzte einen weitreichenden Protest.

Neue Pläne gefährden die ambulante Versorgung

Hamburg ist Vorreiter im Protest. Die dortigen Vertragsärzte-und Psychotherapeuten sind gegen die Sparpläne von Bundesgesundheitsminister Lauterbauch aufgestanden. Die Aktionen sind auch für andere Bundesländer angekündigt, beispielsweise Brandenburg und Baden-Württemberg.

Der Vizevorsitzende der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Björn Parey sagt, man müsse sich gegen die Pläne wehren, dass die Honorare für Neupatienten künftig wieder nur mit einem 20%igen Abschlag bewertet werden. Denn dies gefährde die ambulante Versorgung.

Protesttag Anfang Oktober

Am 5.10. soll es einen entsprechenden Protesttag geben, bei dem sehr viele Praxen wegen Fortbildungsveranstaltungen geschlossen bleiben. Eine Informationskampagne für Patienten wird gestartet. Auf den Veröffentlichungen, wie Flyern und Plakaten, wird Lauterbach als Vampir dargestellt. Eine Notversorgung wird es an diesem Tag selbstverständlich geben.

Terminservice-und Versorgungsgesetz seit 2019

2019 war das neue Gesetz in Kraft getreten, durch das die Praxen ihre Sprechstunden und das Terminangebot ausgeweitet und in mehr Leistungen investiert hätten, so Andreas Bollkämper, Facharzt für Radiologie und Leiter der Protestkampagne. Im Gegenzug habe es Honorare für Neupatienten ohne Abschläge gegeben. Damit konnten Wartezeiten erheblich verkürzt werden.

Wenn diese Maßnahme nun wegfällt, kommt es logischerweise zu schlechteren Angeboten für die Patienten, so stellt er klar.

Versorgung der Neupatienten verbessert

Am Beispiel Hamburg zeige sich, wie die Versorgung der Neupatienten verbessert worden sei. Bis Ende 2021 stieg die Versorgung von Neupatienten um 19 % auf 6,1 Millionen. In sozial schwächeren Stadtteilen habe sich die Ausweitung der Kapazitäten positiv bemerkbar gemacht.

Da die Wartezeiten im Umkehrschluss bei einer Rücknahme der Maßnahme wieder verlängert werden, wird dies zu einem Anstieg der Patienten in den Kliniken führen, so Experten. Denn nicht nur Fachärzte wären von den Sparplänen betroffen, auch die Hausarztpraxen. Jede fünfte Leistung wird in den Hamburger Praxen nicht bezahlt, so Silke Lüder, Hausärztin in Neuallermöhe.

Aufruf zum "Dienst nach Vorschrift"

Für das Land Brandenburg ruft die Kassenärztliche Vereinigung gemeinsam mit den ärztlichen Berufsverbänden zu einer Aktionswoche auf. Diese soll unter dem Motto stehen: "Dienst nach Vorschrift". Viele Arztpraxen sollen zwischen 4. und 7.Oktober ihre Leistungen deutlich einschränken. Die Behandlung von akut Erkrankten werden regional kollegial gewährleistet. Auch in Baden-Württemberg wird es ähnliche Protestaktionen geben.



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