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Derzeitige Entwicklung: nach Corona nun Impfungen gegen Affenpocken stark nachgefragt

Nach der Welle, in der die Impfungen gegen Covid-19 stark nachgefragt war, kommt nun ein verstärkter Ruf nach Immunisierungen gegen Affenpocken auf. Der Impfstoff ist derzeit knapp.

Impfungen sind seit einigen Wochen angelaufen

Die Impfungen gegen die neue Infektionskrankheit Affenpocken laufen seit einigen Wochen. Doch der Impfstoff ist derzeit ein knappes Gut. In vielen Gegenden liegt die Nachfrage deutlich über den vorhandenen Möglichkeiten.

Regional gibt es Unterschiede, wo die Affenpocken sich am meisten ausbreiten. Die Bundesländer sind daher in verschiedenem Ausmaß betroffen, und haben entsprechend unterschiedlich hohe Kontingente des Impfstoffes erhalten.

Dass es einen Austausch unter den Bundesländern gibt, sodass die vorhandenen Dosen an den Bedarf angepasst werden können, ist unterdes nicht angedacht. Dagegen wird der Ruf nach mehr Impfstoff immer lauter.

Imvanex ist derzeit der einzige Impfstoff

Der neue Wirkstoff, der seit kurzem gegen die Krankheit zugelassen ist, heißt Imvanex. Der Impfstoff ist allerdings keine Neuentwicklung - er war auf EU-Ebene als Schutz gegen die üblichen Pocken zugelassen; doch wegen der Fälle mit Affenpocken gibt es Ausnahmeregelungen, und eine Zulassung gegen die neue Infektionskrankheit. Seit Anfang Juli stehen für Deutschland über 45.000 Dosen zur Verfügung. Berlin und Nordrhein-Westfalen sind derzeit die am meisten betroffenen Bundesländer, die demzufolge auch die höchste Zuweisung erhalten haben. Berlin ist mit über 1.300 Fällen besonders betroffen. In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Angaben des RKI derzeit rund 530 Erkrankte.

Bedarf liegt höher

Allerdings ist jetzt schon klar, dass mehr Impfdosen benötigt werden. Denn die Impfung gegen die Affenpocken muss in zwei Einzeldosen im Abstand von vier Wochen verabreicht werden. Die Deutsche Aidshilfe schätzt einen hohen Bedarf ein. Die Zahl an homo-bzw. bisexuellen Männern, die von den Affenpocken besonders betroffen sind, liegt den Schätzungen zu Folge in Deutschland bei etwa einer halben Million.

Nicht alle wollen sich gegen die Affenpocken impfen lassen. Aber dafür kommen solche hinzu, die sich nur zeitweise hier aufhalten. Und es ist keinesfalls auszuschließen, dass die Affenpocken auch auf andere Bevölkerungsteile übergehen.

Mehr Impfdosen benötigt

Der Referent für Medizin und Gesundheitspolitik bei der Deutschen Aidshilfe, Axel Jeremias Schmidt, schlussfolgert einen Bedarf von rund einer halben Million Dosen. In Berlin sind die Impfdosen, die bislang ausgeliefert wurden, nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Rund 30 Schwerpunktpraxen und Impfstellen verimpfen derzeit dort die zugeteilten 9.500 Dosen. In einigen Praxen waren die Impfdosen bereits nach zwei Tagen aufgebraucht. Wartelisten werden geführt, um den Interessierten zumindest eine Impfung in Aussicht zu stellen.

Der Berliner Gesundheitsstaatssekretär Thomas Götz forderte daher vom Bund, dringend mehr Impfstoff zu liefern, da mehr als die Hälfte der Infektionen in der Hauptstadt zu beklagen seien.

Ähnlich hoch ist die Nachfrage - allerdings bei weniger Fällen - in Hamburg. In Nordrhein-Westfalen werden nach und nach 7.300 Impfdosen verimpft.

Trotz der hohen Nachfrage kann beim Bund derzeit nicht gesagt werden, wann neuer Impfstoff geliefert wird. Insgesamt wurden 240.000 Dosen bestellt, aber erst 40.000 geliefert. Unklar ist allerdings, warum der Bund nicht alle gelieferten Dosen an die Bundesländer weitergegeben hat, sondern noch ca. 10.000 Stück in den zentralen Lagern zurückhält.



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