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Die "zweite Meinung" ist bei Ärzten akzeptiert - Mehrheit rät den Patienten dazu

Viele Patienten möchten über ihre Befunde mit noch einem weiteren Arzt sprechen als jenem, der die Diagnose gestellt hat - erst dann soll eine Therapieentscheidung fallen. Doch in der Vergangenheit waren Ärzte häufig nicht damit einverstanden, wenn ein Patient auf einer zweiten Meinung bestand - heute ist das anders.

Niedergelassene Ärzte sind offen für zweite Meinung

Viele niedergelassene Ärzte stehen dem offiziellen Zweitmeinungsverfahren offen gegenüber. Rund drei Viertel von ihnen sind der Meinung, dass die komplexen Therapieentscheidungen damit verbessert werden können. Dies hat die "Stiftung Gesundheit" herausgefunden. Es habe sich, so hat sich herausgestellt, eine "konstruktive Fehlerkultur in der Medizin" entwickelt.

Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung ist erforderlich

Sogenannte Zweitmeinungsverfahren müssen von der KV genehmigt werden. Zwischen Ende 2018 und Mitte 2020 gab es rund 1.000 solcher Verfahren. Nur knapp 100 wurden nicht genehmigt. Sechs bestimmte Indikationen gelten offiziell als Grund dafür, ein solches Verfahren genehmigen zu lassen: Das sind die geplante Amputation eines diabetischen Fußes, einer Hysterektomie, einer Tonsillektomie, einer Schulterarthroskopie oder Implantation einer Knieendprothese. Seit Neuesten ist das Verfahren auch zugelassen bei Implantation eines Defibrillators, der elektrophysiologischen Herzuntersuchung und dem Veröden krankhafter Herzmuskelzellen.

Weitere Indikationen in der Prüfung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat weitere 15 Indikationen vorgeschlagen, bei denen ein solches Zweitmeinungsverfahren genehmigt werden sollte. Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet darüber, ob diese in den Katalog aufgenommen werden.

Rund 5% der Ärzte beteiligen sich an dem Verfahren. Doch das Potential wird höher eingeschätzt. Die Voraussetzungen dafür werden von rund 80% der Ärzteschaft erfüllt, so die Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2021". 70% der Mediziner ist bereit, einen entsprechenden Vertrag mit den Krankenversicherungen abzuschließen, so heißt es in der Studie weiter.



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