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Wird der ärztliche Bereitschaftsdienst bald nur noch von "Los-Pech" bestimmt?

Dass Ärzte vielfach überlastet sind, ist keine neue Weisheit, und jeder Patient, der schon einmal trotz Termins stundenlang im Wartezimmer saß, kann ein Lied davon singen. Bremen hat nun die Notbremse gezogen: Der Bereitschaftsdienst wurde nur noch von 75 Freiwilligen aufrechterhalten – wesentlich zu Wenige für die Zahl der zu Versorgenden. Nun gab es in dem nördlichen Bundesland keine Alternative mehr: es wird gelost.

Das Los entscheidet

Als der Mangel zu offensichtlich war und viele Dienste nicht mehr besetzt werden konnten, ging man einen ungewöhnlichen Weg. Seit Juni werden die Bereitschaftsdienste ausgelost. Rund 2.000 Schichtdienste müssen besetzt werden – von 75 Leuten nicht zu stemmen, die dazu noch älter werden oder in den Ruhestand gehen.

Wie viele Ärzte bestätigen, nehmen die Patientenzahlen in einer Nacht immer mehr zu – die Ruhezeiten während des Dienstes nehmen demzufolge ab, und am nächsten Tag wartet wieder der reguläre Praxisbetrieb. Dies ist auf Dauer nicht zu stemmen.

Was soll der Bereitschaftsdienst für Leistungen erbringen?

Inzwischen ist die hohe Belastung auch darauf zurückzuführen, dass der Notdienst, der es eigentlich sein soll, regelrecht „missbraucht“ wird. Und zwar nicht nur von Patienten, die einfach keine Lust haben, sich am nächsten Morgen bei ihrem Arzt in die Praxis zu setzen, sondern auch von Kollegen, die bei Urlaub einfach auf die „Bereitschaft“ verweisen. So müssen sie keine Vertretung für die Praxis finden und die Gefahr einer Abwanderung zu einem anderen Arzt ist geringer.

Einige Ärzte machen, um für den Bereitschaftsdienst gerüstet zu sein, Auffrischungskurse mit, und finden dann, nicht zuletzt der guten Bezahlung wegen, diese Dienst gar nicht so schlecht. Bleibt zu hoffen, dass sich wieder mehr Kollegen dafür finden.


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