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Mangel im deutschen Gesundheitswesen – Ökonomie vs. Pflege

Der Mangel im Gesundheitswesen beschäftigt viele Ebenen: die Politik, die Krankenkassen, die Patienten, die Angestellten. Doch wer siegt am Ende? Die Ökonomie oder die gute Pflege? Beides scheint nicht möglich zu sein.

Chefredakteur des "Ärzteblatt" mit deutlichen Worten

Egbert Maibach-Nagel, der Chefredakteur des Ärzteblattes, fasst es zusammen: "Letztlich wird der Versorgungsmangel im deutschen Gesundheitssystem nach wie vor weitgehend negiert. Wo das nicht geht, wird Kritik polemisch abgetan oder mit Verschweigen überdeckt".

Doch der Mangel greift um sich. Die neuen Zahlen der kassenärztlichen Bundesvereinigung, die über das Jahr 2018 erschienen, zeigen es wieder deutlich. Einerseits gibt es mehr Ärzte als im Jahr zuvor, aber da die Beschäftigung nicht bei allen bei 100% liegt, gibt es eine Steigerung in Arbeitszeit gemessen von nur 0,2 Prozent. Wie wenig das ist, kann sich jeder denken.

Leben, um zu arbeiten, oder arbeiten um zu leben?

Die neue Generation der Fachleute, ob Ärzte oder Pfleger, will sich nicht entscheiden müssen zwischen Familie und Beruf. Sie wollen beides, und zwar in einem vernünftigen, lebbaren Verhältnis. Die unzulänglichen Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen schrecken ab. Ergebnis ist eine regelrechte Panik vor der Selbstständigkeit bei jungen Ärzten, was besonders fatal ist, wenn Ältere in den Ruhestand gehen. Gut frequentierte und ausgestattet Praxen werden in der Folge geschlossen.

Wenn Gesundheitspersonal auf verkürzte Arbeitszeit, sprich: Teilzeit drängt, dann kommt lediglich dabei normale Arbeitszeit heraus, vergleicht man dies mit anderen Berufen. Und noch etwas bedingt den Mangel: die steigende Zeit, die für die Bürokratie benötigt wird. So sinkt die Zeit, die für Patienten bleibt, immer mehr. Und dann gibt es noch überlange Ausbildungszeiten, gesetzliche Hürden, übermäßig ökonomisch geführte Krankenhäuser, Berufsflucht in der Pflege…; die Spirale dreht sich weiter, und zwar in die falsche Richtung.

Mehr Patienten, weniger Personal

Wir werden älter, dadurch gibt es aber auch mehr Patienten. Das ist eine einfache Rechnung. Dass aus den o.g. Gründen das Personal schwindet, ist ebenfalls simpel zu erkennen. Doch was nun? Durch Überregulierung sollen Symptome der Krankheit bekämpft werden. Doch ist es nicht Zeit für eine prinzipielle Kehrtwende?



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