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Verbände appellieren an Gesetzgeber. Personalaufbau nicht nur in der Pflege.

Verschiedene Verbände, darunter ärztliche, psychotherapeutische und andere, appellieren an die Gesetzgeber: Die geplante Aufstockung des Pflegepersonals an Krankenhäusern solle auch auf die anderen Berufsgruppen im Krankenhaus angewendet werden.

Eine veröffentlichte Resolution bestätigt, dass die Stärkung des Pflegepersonals wichtig ist und unterstützt werden müsse. Doch die Differenzierung zwischen Pflegekräften und den anderen Angestellten im Krankenhaus führe aber zu Problemen und gehe an der Realität vorbei, so die Verbände.

Personalmangel nicht nur in der Pflege

Die angespannte Personalsituation sei nicht nur für die Pflege zu betrachten. Der Personalmangel sei Teil eines großen Problems. So heißt es in der Resolution wörtlich: „Die Fehlanreize und Risiken des DRG-Vergütungssystems, insbesondere betriebswirtschaftlicher Anreize zur weiteren Leistungsverdichtung auf Kosten des Klinikpersonals, tragen maßgeblich zu den Personalengpässen in den Krankenhäusern bei“.

Personalabbau als Antwort auf sinkende Einnahmen

Die Krankenhäuser sind ein Dienstleistungssektor, bei dem die Personalkosten mit rund 70% der Betriebsausgaben zu Buche schlagen. Die veränderten Entgelte für Krankenhausleistungen werden deshalb in den Kliniken mit Personalabbau kompensiert. Es hat sich eine Abwärtsspirale gebildet, die durchbrochen werden muss. Eine Verschärfung habe die mangelhafte Investitionsfinanzierung durch die Bundesländer gebracht, heißt es weiter.

Die Berufe außerhalb der Pflege seien nun einer Verdichtung ihrer Arbeit ausgeliefert. Die Einsparungen, die bislang in der Pflege vorgenommen worden sind, werden nun auf die anderen Bereiche verlegt. So kommt es hier zu Verschlechterungen.

Maßnahmen dringend erforderlich

Es gäbe nur ein Mittel, mit dem der Gesetzgeber reagieren könne: mehr Geld. Damit alle Mitarbeiter in den Krankenhäusern entlastet würden, müssen man eine volle Finanzierung neuer Stellen gewährleisten, einen hundertprozentigen Tarifausgleich schaffen und die Personalbemessung am Soll im DRG-System orientieren. Weiterhin plädiert man für die Ausgliederung des Krankenhauspersonals aus dem DRG-System und zusätzliche Mittel für die im DRG-System nicht abgebildeten Leistungen.

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz muss zur Krankenhauspersonal-Stärkungsgesetz werden

Neben den Pflegekräften gibt es im Krankenhaus eine Reihe von Berufen, die ebenfalls Unterstützung brauchen. Dazu gehören: Ergotherapeuten, Ärzte, Hebammen und Logopäden, medizinisch-technische Kräfte, Mitarbeiter im Wirtschaftsdienst, Psychologische Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Kinder-und Jugendpsychotherapeuten, Sozialarbeiter und Verwaltungskräfte.

Die lange Reihe der Unterzeichner der Resolution zeigt die Dringlichkeit des Aufrufs: Marburger Bund, Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie, Bundespsychologenkammer, Deutscher Bundesverband für Logopädie, Deutscher Verband der Ergotherapeuten, Deutscher Verband für Physiotherapie und Verband physikalischer Therapie.



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