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Corona-Pandemie verursacht auch in psychiatrischen Kliniken erhebliche Probleme

Denkt man an die Krankenhäuser, die durch die Pandemie stark betroffen waren, stehen die psychiatrischen Einrichtungen nicht unbedingt an erster Stelle. Doch auch der Therapiealltag hat sich verändert.

Veränderungen in psychiatrischen Fachkliniken

Auch wenn die psychiatrischen Kliniken nicht unmittelbar in die Versorgung der Corona-Patienten eingebunden sind, so haben doch auch sie mit Auswirkungen zu kämpfen. Dies ist dem aktuellen Psychiatrie-Barometer zu entnehmen, welches vom Deutschen Krankenhausinstitut wieder aktuell herausgebracht wurde.

312 solcher Kliniken waren an der Umfrage beteiligt; davon gaben 70% an, dass ihre Mitarbeiter an COVID-19 erkrankt waren. Bei 61% waren Patienten von der Krankheit betroffen. Psychiatrische Kliniken betraf dies doppelt so stark wie die entsprechenden Abteilungen in allgemeinen Krankenhäusern.

Auch Ausfall von Personal durch Quarantäne machte den Krankenhäusern zu schaffen. 95% der Fachkliniken hatten damit zu kämpfen, dass Mitarbeiter der Arbeit fern bleiben mussten. In einer Einrichtung waren dies bis zu 202 Mitarbeiter - damit ist eine fachgerechte Arbeit ein Schwerstakt. Durchschnittlich fehlten deshalb 23 Personen pro psychiatrisches Krankenhaus.

Einhaltung der Abstands-und Hygiene-Regeln

Die Regeln, die natürlich auch in solchen Häusern eingehalten werden müssen, machten ebenfalls Probleme. In zwei Dritteln der befragten Kliniken gab es Schwierigkeiten unter den Patienten, sich an die Regeln zu halten. Fast ein Drittel der Patienten hatte Angst oder zeigte sich verunsichert von den Maßnahmen.

Die Tests im Zusammenhang mit der Pandemie wurden von 71% der Einrichtungen als belastend empfunden, weil der Zeitaufwand riesig ist. 68% sah vor allem in dem Dokumentationsaufwand das große Problem. Fehlende Testkapazitäten waren für 64% der Krankenhäuser das vorherrschende Dilemma. In 17% der Häuser fehlte den Mitarbeitern das Einsehen in die Notwendigkeit der Tests.

Einbruch bei der Auslastung

Auch in den psychiatrischen Kliniken zeigte sich ein Bild: Einbruch der Auslastungszahlen. Allerdings erholten sich die teilweise um fast die Hälfte zurückgegangenen Zahlen über den vergangenen Winter wieder. In der Gerontopsychiatrie gaben 65% der Befragten an, dass sich die Belegungszahlen pro Mehrbettzimmer häufig reduziert hat; nur in der Kinder-und Jugendpsychiatrie hat sich die Bettenzahl pro Zimmer nicht verändert. Fast die Hälfte der Krankenhäuser gab an, dass im März bis Juni 20 mehr Notfälle aufgenommen werden mussten. Auch geht man davon aus, dass die Zahl der psychiatrischen Erkrankungen in diesem Jahr steigen wird.

Änderungen im Therapieangebot

Viele der Einrichtungen haben durch die Pandemie ihr Angebot angepasst. Beispielsweise gibt es keine Gruppensitzungen mehr mit Körperkontakt, und auch die Teilnehmerzahl hat sich reduziert. 13% der Klinken betreut jetzt auch im häuslichen Umfeld. Telefonische Kriseninterventionsangebote und telemedizinische Einzeltherapien werden angeboten und bei einem Viertel sollen diese auch dauerhaft zum Angebot gehören.



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