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Warum machen Pflegeberufe krank – muss etwas am System geändert werden?

Pflegeberufe sind solche, die außer dem des Arztes noch für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Patienten sorgen. Doch gerade unter diesen, zum Beispiel Krankenschwestern oder Pfleger in Heimen, ist die Unzufriedenheit groß: Der Beruf wird von anderen als nicht so schwer angesehen, wie er tatsächlich ist, und die Bezahlung ist meist unterirdisch.

Anstrengend – nicht nur körperlich

Bei schwerer Arbeit denken viele an das Schleppen schwerer Lasten oder die Kilometer, die jemand während seines Arbeitstages zu gehen hat. Doch der Pflegeberuf hat zu all dem noch eine andere Komponente: die psychische Belastung, die Vielen zu schaffen macht. Wer sich schon einmal um einen kranken Familienangehörigen gekümmert hat, weiß, wie belastend das mit der Zeit werden kann. Zwar kommt dann hinzu, dass man demjenigen nahesteht, doch auch ein Pfleger kann nicht tagein-tagaus ein Berufsleben lang die professionelle Distanz wahren.

Überlastung führt zu Krankheiten

Die Überlastung liegt auf der Hand. Das liegt an einem immensen Zeitdruck und zu wenig Personal. Fast jeder, der in einem ambulanten Pflegedienst arbeitet, weiß ein Lied davon zu singen, wie schön sein Beruf sein könnte, wenn er für jeden Patienten die Zeit hätte, die er bei normaler, umsichtiger Arbeit braucht, und nicht nur eine vorgegebene, oft illusorische Minutenzahl.

Pflegeheime, Krankenhäuser, Pflegedienste – sie alle kürzen das Personal, um Kosten zu sparen. Das geht zu Lasten der Patienten, aber auch der Pfleger. Dass diejenigen, die diese schwere Arbeit verrichten, auch noch viel zu gering bezahlt werden, setzt der Ungerechtigkeit einen traurigen Höhepunkt.

Die Folge sind viele krankheitsbedingte Fehltage des Pflegepersonals; die meisten von allen Berufen. Rund jeder 10. in solch einem Beruf Angestellte bekam innerhalb des letzten Jahres ein Antidepressivum verschrieben – dies sollte eine Warnung sein. Zehntausende gut ausgebildete Personen währen greifbar, doch sie sind aus Selbstschutz nicht bereit, zu diesen Konditionen zu arbeiten.


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