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Ärzteberuf: Die Kritik an Erwerb des Doktortitels wird immer lauter

Der Doktortitel gehört für viele Menschen zum Arzt wie die der Apfel zum Obst. Doch seit Jahren werden Stimmen laut, dass die Promotion für Mediziner – und der damit verbundene Doktortitel – einfacher zu absolvieren ist, als in anderen Studiengängen. Forschung würde nur oberflächlich betrieben und der Anspruch an wissenschaftliche Erkenntnisse sei gering. Wie der Deutschlandfunk berichtet, entsprächen viele Dissertationen nicht einmal dem Standard von Diplom- oder Magisterarbeiten. Die medizinische Doktorarbeit ist vor allem in Verruf geraten, weil sie in vergleichsweise kurzer Zeit und darüber hinaus während des Studiums erstellt wird. Viele der Arbeiten sind qualitativ nicht mehr als sogenannte „Türschild-Dissertation“ und ein Ärgernis für Universitäten. Damit Türschild-Dissertationen keine Zukunft haben, will beispielsweise die Uni Freiburg die Annahme solcher verhindern.

Studierende hingegen beklagen sich über eine schlechte Vorbereitung und Betreuung während der Promotion. Um dem entgegenzuwirken, bieten immer mehr Universitäten Vorbereitungskurse für Medizinstudenten an. Doch dadurch verbessert sich die Qualität der Dissertationen von Medizinern nicht automatisch. Zudem promovieren laut einer Studie der Deutschen Forschungsgemeinschaft bis zu 80 Prozent der Medizinstudierenden. Normal wäre etwa ein Drittel. Für eine erfolgreiche Karriere ist ein Doktortitel übrigens nicht zwingend notwendig. In den geläufigen Stellenangeboten für Mediziner wird eine Promotion als Voraussetzung meist nicht verlangt. Um die Stellen für Ärzte angemessen auszufüllen, sind praxisbezogene Qualifikationen wichtiger.


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