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Verband der Hausärzte fordert mehr Solidarität für Schwerpunktpraxen

Besonders im Hinblick auf die zu erwartende Grippesaison fordert man die Ärzte Baden-Württembergs dazu auf, Corona-Schwerpunktpraxen zu gründen.

Verteilung auf alle Praxen

Üblicherweise verteilen sich alle Patienten auf alle Praxen – je nach Wohnort oder anderen Kriterien, nach denen sich die Patienten ihren Allgemeinmediziner aussuchen. Doch die rund 900 Praxen Baden-Württembergs wären mit der Aufgabe derzeit überfordert, heißt es, wenn alle Patienten mit Erkältungssymptomen auf Corona getestet würden und zugleich die Grippeimpfungen vorgenommen würden.

Ärzte gegen Schwerpunktpraxen

Man könnte also annehmen, dass die Idee der Schwerpunktpraxen gut sei und damit die nicht beteiligten Ärzte die übrige Grundversorgung besser leisten könnten. Doch der Betreiber einer sogenannten Schwerpunktpraxis weiß, warum sich die Kollegen so zurückhaltend zeigen: nur 15 Euro Vergütung gibt es pro Abstrich. Da die Coronaabstriche aber personell und organisatorisch sehr aufwändig seien, ist dies nicht kostendeckend. Zum Aufwand gehört beispielsweise die strikte Trennung von anderen Patienten.

Registratur möglich

Wer Interesse hat, seine Praxis als sogenannte Schwerpunktpraxis zur Verfügung zu stellen, kann sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung dafür registrieren lassen. 90% der bislang bestehenden solchen Praxen sind von Hausärzten eingerichtet worden. Auch HNO- und Lungenärzte sowie Kinderärzte kommen aber dafür in Frage. Derzeit wird mehr Solidarität untereinander gefordert, damit nicht nur die Hausärzte diese Aufgabe übernehmen müssen. Auch andere Fachrichtungen sollten sich daran beteiligen. Auch unter dem Aspekt, dass viele Hausärzte im Rentenalter oder kurz davor seien und daher zur Risikogruppe gehören, sollten sich andere Ärzte an der Aktion beteiligen.



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