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RKI: Medizinisches Personal unter Corona-Quarantäne – und dann?

Das Robert-Koch-Institut, DIE gefragte Institution in Situationen wie diesen, in der das Corona-Virus um sich greift, hat Quarantäne-Empfehlungen für medizinisches Personal herausgegeben – Ärzte protestieren.

Ärztevertreter hoffen auf Einlenken des RKI

Vertreter der Ärzteschaft haben das RKI aufgefordert, die neuen Quarantäneempfehlungen für das medizinische Personal zu lockern. Denn die Folge wäre eine Stilllegung von Krankenhäusern, Praxen und Heimen. Der Direktor des Institutes für Virologie der Berliner Charité, Christian Drosten, äußerte sich gegenüber Medien wie folgt:

"Wenn wir das gesamte medizinische Personal, das mit Infizierten Kontakt hatte, in Quarantäne schicken, bricht die medizinische Versorgung für die Bevölkerung zusammen".

Nachvollziehbar ist dies allemal – doch dann?

Robert-Koch-Institut äußert sich verärgert

Wenig Verständnis kommt dafür vom RKI; denn die Interpretation, dass eine Praxis schließen müsse, weil ein Infizierter dort war, sei „schlichtweg falsch“. Vielmehr habe man empfohlen, die Kontaktpersonen in drei Kategorien einzuteilen. Die Quarantäne für vierzehn Tage sei nur angebracht, wenn es sich um eine Kontaktperson der Kategorie I handele, und solche der Kategorie II, falls sie einem erhöhten Expositionsrisiko ausgesetzt waren.

Kategorie I: enger Kontakt zum Infizierten (hohes Infektionsrisiko)

Medizinisches Personal gehört hierzu, wenn es ohne Schutzausrüstung einem Kontakt von unter zwei Metern Abstand ausgesetzt war

Kategorie II: weniger enger Kontakt (geringes Infektionsrisiko)

Dies betrifft Mitarbeiter die zwar in der Praxis anwesend waren, dem Infizierten aber nicht näher als zwei Meter gekommen sind.

Kategorie III: Kontakt nur mit Schutzkleidung (kein erhöhtes Risiko)

Wenn der Mitarbeiter zwar näher als zwei Meter mit dem Betroffenen in Kontakt stand, aber die ganze Zeit über Schutzkleidung getragen hat.

Außerdem sei es eine Empfehlung, die nach Möglichkeit eingehalten werden solle, der aber auch unter Umständen nicht gefolgt werden kann.

Alternativen

Der Ärzteschaft zufolge wäre es eine Möglichkeit, das Personal täglich zu testen, um maximal einen Tag Arbeit zu riskieren, ehe sie in Quarantäne geschickt würden. Außerdem seien die Infizierten nur ca. eine Woche lang infektiös, also ansteckend. Eine zweiwöchige Quarantäne sei demzufolge unnötig.



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