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Neuer Wirbel um Auswertung – Pro und Contra von PSA-Screenings

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern – ein PSA-Screening sollte helfen, die Problematik frühzeitig zu erkennen. Doch ist die Untersuchung wirkungsvoll? Oder wurde sie nur „schöngeredet“?

Aktuell wird wiederum darüber gestritten – schon im Frühjahr war von einem „wissenschaftlichen Skandal“ die Rede gewesen.

Deutsche Experten sprechen von Fälschung

Die Auswertung entsprechender Studien sei fehlerhaft gewesen, so monieren die deutschen Experten. Denn sie habe verbreitet, dass ein Effekt des Screenings nicht nachweisbar sei, was zu einer Abnahme der Untersuchung geführt habe. Dies wiederum hätte zur Folge, dass viele der Tumoren zu spät erkannt würden.

Der New Yorker Urologe Shoag hat in seiner Studie festgestellt, dass kein Unterschied der Sterblichkeit durch Prostatakarzinome zwischen zwei Vergleichsgruppen besteht. Doch selbst wenn der Nachweis schuldig bleibt – kann daraus geschlussfolgert werden, dass das Gegenteil der Fall ist?

Die deutschen Ärzte, die diese Auswertung kritisieren, nehmen eine andere Studie zu Hilfe. Diese belegt den Nutzen des PSA-Screenings ihrer Meinung nach zweifelsfrei. Eine Senkung der Sterblichkeit bei einem Fünftel der Betroffenen konnte aufgrund des Screenings erreicht werden.

Warum wird das Screening nicht allgemein empfohlen?

Beide Gruppen sprechen sich jedoch nicht für ein allgemeines Screening aus. Überdiagnostik und ein ungeklärtes Verhältnis zwischen Nutzen und Schädlichkeit des Screenings führten dazu, dass beide Ärztegruppen sich nicht dafür aussprechen, das Screening allgemein zu empfehlen.

Nachteilig bei der Beurteilung des PSA-Wertes ist, dass auch aggressive Karzinome eine niedrige Konzentration des prostataspezifischen Antigens nach sich ziehen können. Somit gibt es oft falsch positive Befunde. Eine weiterführende Diagnostik bleibt somit ohnehin angezeigt.


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