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Verursacht die Pandemie einen Personalnotstand? Hilfe durch Ruheständler.

Vielerorts verfolgen die Menschen mit Besorgnis die Berichte über eventuell überlastete Krankenhäuser, Intensivstationen und Ärzte bzw. Pfleger. Doch wie sieht die Lage wirklich aus und was wird dagegen unternommen?

Ruheständler sollen zurückkehren

Die Personalknappheit, die schon vor der Pandemie im Gesundheitswesen moniert wurde, hat sich nun dramatisch verschlimmert. Dazu kommt, dass viele Angestellte der Krankenhäuser selbst wegen Corona-Erkrankungen oder Quarantäne zu Hause bleiben müssen.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat daher die Rückkehr von Ruheständlern in die Kliniken vorgeschlagen.

Krankenhäuser rufen zur Rückkehr auf

Wer in kürzerer Vergangenheit in den Ruhestand gegangen sei, soll, so der Wille mancher Krankenhäuser, zurückkehren, um zu helfen. Auch diejenigen, die sich aus anderen Gründen in einer beruflichen Auszeit befinden, sind angesprochen. Doch natürlich ist dies nur sinnvoll, wenn die Betroffenen erst seit Kurzem aus dem Berufsleben ausgestiegen sind, damit sie das Erfahrungswissen des Krankenhausbetriebes noch abrufbar hätten.

Der Präsident erwartet in naher Zukunft einen weiteren Druck auf die Kliniken, da die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 derzeit bei knapp über 5.000 liege, und er mit einem Anstieg im Januar auf 6.000 rechne.

Präsident der DIVI: fortgesetzte Grenzsituation

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin, Uwe Janssen, spricht von einer fortgesetzten Grenzsituation, wenn die Infektionszahlen auf längere Zeit das derzeitige Niveau behielten.

Als Gegenmaßnahme schlägt er unter anderem vor, dass verschiebbare Eingriffe und Behandlungen abgesagt würden.

Eine weitere Forderung: rechtliche Absicherung für die Ressourcenumverteilung bis hin zu Triagesituationen. Denn hier sei die derzeitige Situation unbefriedigend. Eine bundesweite Regelung sei wünschenswert.

Auch Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters, rechnet mit steigenden Zahlen bis Mitte Januar, auch wenn die aktuellen Eindämmungsmaßnahmen für prinzipiell sinkende Zahlen sorgen würden. Dies sei der üblichen Verzögerung zwischen Infektion und Krankenhausbehandlung zuzurechnen.

Man hoffe auf eine große Bereitschaft zur Impfung, um in der Zukunft die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.



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