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Der Bundesminister für Gesundheit Spahn will Pflegekräfte besser bezahlen

Gesundheitsminister Spahn will dafür sorgen, dass Pflegefachkräfte besser bezahlt werden. Die Vergütung soll deutlich über dem Mindestlohn liegen, der derzeit in Deutschland gilt. Als "Mindestlohn im Pflegebereich" setzt er mindestens 14 Euro an.

Schlechte Bezahlung in der Realität

Viele Beschäftigte in der Pflege werden sehr schlecht bezahlt, und es könnte mit dieser Festlegung deutlich an der finanziellen Attraktivität des Berufes gearbeitet werden. Besonders in der Altenpflege sei es deutlich: die 2.500 Euro monatlich, die der geforderte Stundenlohn in der Summe ergeben würde, sind für viele der dort Beschäftigte illusorisch. Bei den Hilfskräften liege der derzeitige Mindestlohn bei 11,05 Euro, allerdings nur im Westen des Landes. Im Osten sogar nur bei 10,55 Euro. Nach Angaben der Arbeitgeber verdienen examinierte Pflegekräfte zwar mehr, aber dennoch liege der aktuelle Mindestlohn bei 9,19 Euro pro Stunde.

Gesetze im Juni auf den Weg gebracht

Im Juni hatte das Bundeskabinett höhere Löhne in der Alten-und Krankenpflege auf den Weg gebracht. Außerdem sollen in der gesamten Branche Bezahlungen nach Tarif herrschen. Da dies eventuell nicht gelingt, will man den Mindestlohn anheben und auch in Ost und West angleichen. Im Herbst will der Bundestag das Gesetz verabschieden.

Finanzierung nicht geklärt

Rund 40.000 Stellen in der Pflege unbesetzt, wobei die "Kundenzahl", die Anzahl der Pflegebedürftigen, ständig wächst. Die schlechte Bezahlung jedoch trägt dazu bei, dass der Beruf von vielen Arbeitnehmern als unattraktiv angesehen wird, und sich sogar ausgebildete Pflegekräfte anderen Berufen zuwenden.

Unklar ist jedoch, wie die geplanten Steigerungen des Gehaltes finanziert werden sollen. Ein tragfähiges Finanzierungskonzept versprach eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums, da die Gesamtkosten noch nicht feststehen. Weder Pflegebedürftige noch Angehörige sollen finanziell überlastet werden.

Protest zu "unklaren" Vorschlag von Spahn kommt vom Präsident des Arbeitgeberverbandes. Außerdem kritisiert er, dass ein Gremium von Fachleuten den Mindestlohn festlegen soll, und der Minister zuvor schon das Ergebnis festlege. Pflegefachpersonen sollen mit Zuschlägen für familienunfreundliche Zeiten mindestens 4.000 Euro erhalten.



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