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Neue Studie über den Umgang mit Pflegekraftmangel im Ausland

Akademische Ausbildung vs. duale Ausbildung für den Berufsabschluss: Pflegekräfte sollen mehr akademische Ausbildungen erhalten, und mehr Kompetenzen ebenfalls.

Studie macht auf Problem aufmerksam

Die Studie "Pflege in anderen Ländern: vom Ausland lernen?" wurde von Michael Ewers vom Institut für Gesundheits-und Pflegewissenschaft der Charité im Auftrag der "Stiftung Münch" erstellt. Das Team und Ewers hat darin die Pflegesituation in Deutschland mit der in Großbritannien, Schweden, Kanada und den Niederlanden verglichen.

So sieht das Ergebnis aus

Das Problem mit der Pflege hat Deutschland nicht allein. Auch die anderen Länder reagieren mit besserer Bezahlung und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ebenso sind Pflegekräfte aus dem Ausland keine deutsche Erfindung. Und niedrigqualifizierte Arbeitskräfte zu integrieren – darauf sind die anderen Länder ebenfalls schon gekommen.

Auch neue Ideen

Doch in den anderen Ländern gibt es noch weitere Optionen: man hat in den letzten 10 Jahren anderswo die Ausbildungskapazitäten signifikant erhöht, und das auch im hochschulischen Bereich.

Großbritannien und Schweden haben durchgesetzt, dass man sich nur an der Hochschule als Pflegekraft ausbilden lassen kann. In Kanada liegt der Akademisierungsgrad zwar nicht bei 100 %, aber immerhin bei über 60. Auch in den Niederlanden kann man über reichlich 40 % zufrieden sein. Nur Deutschland hat beschämende 1-2 % zu bieten. Ein Wissenschaftsrat fordert 10-20 %.

Auch der Selbstorganisationsgrad der Pflege ist in anderen Ländern höher. Die Pflege verwaltet sich selbst, kümmert sich um Registrierung, Fortbildung usw. Pflegeverbände haben zudem einen höheren Einfluss. Gleiches wäre auch hierzulande hilfreich.

Pflegekräfte mehr auf Augenhöhe mit den Ärzten

Die übliche Dominanz der Ärzte gegenüber den Pflegekräften macht sich besonders gegenüber den Pflegenden aus anderen Nationen negativ bemerkbar, weil diese das aus der Heimat anders gewöhnt sind. Um fachlich nicht degradiert und demotiviert zu werden, müsse sich für diese hier dringend etwas ändern, so das Ergebnis. Auch wäre es hilfreich, die Mitarbeiter aus dem Ausland besser privat zu integrieren.

Die hiesigen Pflegekräfte haben laut der Studie auch gar nicht das Selbstbewusstsein, um mit den Ärzten auf Augenhöhe zu arbeiten. Das müsse sich erst entwickeln.

Falscher Anreiz der Politik

Kritik kommt an den Plänen der Politik: die Pflegekosten aus den DRGs, die über die Krankenhäuser finanziert werden, herauszunehmen, hält man der Studie zufolge für einen Fehler. Die Pflegekräfte werden dabei von den Krankenkassen finanziert, was wiederum dazu führe, dass sie in den Krankenhäusern für niedere Arbeiten eingesetzt würden.

Auch befürchtet man ein Abwandern der Pflegekräfte von Altenheimen und Rehakliniken in Krankenhäuser. Das führt dazu, dass die Patienten länger im Krankenhaus bleiben müssen, weil sie nicht schnell genug Plätze in Rehakliniken und Altenheimen bekommen.



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