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Neustrukturierung des Medizinstudiums – Fakultäten wollen sich einbringen

Der medizinische Fakultätentag wird sich in der kommenden Zeit besonders den neuen Strukturen des Medizinstudiums widmen. Der 80. Ordentliche Medizinische Fakultätentag in Tübingen, der in der vorigen Woche stattfand, hat dies deutlich gemacht.

"Medizinstudium: Neue Weichen, neue Wege"

Unter diesem Motto soll es neue Auswahlkompetenzen für Medizinstudenten geben und eine verbesserte Vermittlung der Wissenschaftskompetenz. Inhaltliche Reformen sind wichtig, aber auf der Grundlage der finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen in Forschung und Lehre, so sind sich die Experten einig. Denn: "die Umsetzung der Reform wird erhebliche kapazitäre und finanzielle Auswirkungen haben".

Mehraufwand wird es geben durch die verstärkte Praxis- und Patientenorientierung im neu strukturierten Medizinstudium. Transformationskosten sollen etwa fünf Prozent der Landeszuführungsbeträge ausmachen. Sieben Jahre lang sollen diese den Standorten der Medizinischen Fakultäten bereitgestellt werden.

Gutachten zur Reform

Eine Expertenkommission hatte im Vorjahr einen Masterplan vorgelegt, wie das Medizinstudium sinnvoll reformiert werden könne. Dabei knüpft man an Modell-und Regelstudiengänge an, die die verschiedenen Fakultäten bereits erprobt haben.

Besonderen Wert habe man dabei auf die Praxisorientierung und die Wissenschaftlichkeit gelegt. Beides gehört zur modernen medizinischen Ausbildung. Auch das Zahnmedizinstudium muss in die Reformen integriert werden und die Digitalisierung.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Reform sei die Vergleichbarkeit des Medizinstudiums über Standortgrenzen innerhalb Deutschlands hinweg. Die Curricula aber soll weiter der Eigenverantwortlichkeit der Fakultäten unterliegen.

Der Lernzielkatalog wird weiter eine große Bedeutung haben und weiterentwickelt werden. Auch soll es eine Weiterentwicklung der Gegenstandskataloge geben, um eine Entkoppelung von Lehrinhalten und Prüfungen zu vermeiden. Allerdings sei ein dauerhaftes Nebeneinander nicht sinnvoll – deshalb appelliert man für die Abschaffung der Gegenstandskataloge. Die Reform des Medizinstudiums soll eine Einheit von Lehre, Prüfungen und Lernen sein. Voraussetzung dafür ist eine gewisse Flexibilität der Fakultäten.

Die Ärzte müssen in Zukunft unabhängig vom Studienort ein hohes Ausbildungsniveau erreichen. Darin ist man sich einig.

Die neuen Regeln für die Auswahl der Medizinstudenten sollen ab 2020 gelten. So sollen die Wartezeiten keine so große Rolle mehr spielen. Auch die Abiturnote wird nicht mehr das non-plus-ultra sein. Vielmehr sollen die Hochschulen mit Tests herausfinden, wer in Zukunft Medizin studieren darf. Dazu gehören unter anderem kommunikative und soziale Tests. Damit wird gewährleistet werden, dass die neuen Ärzte auch gut mit Patienten umgehen können.



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