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Selbstbewusste Medizinstudenten fordern beachtung

Künftige Ärzte, die jetzigen Medizinstudenten, müssen sich hohen Herausforderungen stellen. Es wird viel von ihnen erwartet; entsprechend selbstbewusst verlangen sie aber auch, dass man sich ihrer Bedürfnisse annimmt.

Aktuelles "Berufsmonitoring Medizinstudierende"

Flexible, aber geregelte Arbeitsgestaltung und offene Arbeitskultur im Team sind nur zwei Punkte, die die heutigen Medizinstudenten in o.g. Befragung ansprechen. Die im letzten Jahr rund 13.000 befragten Jungmediziner stellen zu einem großen Teil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den Mittelpunkt. Aller vier Jahre stellt die Uni Trier im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Kooperation mit dem Medizinischen Fakultätentag und er bvmd diese Erhebung an, in der die Medizinstudenten zu Wort kommen.

Weniger Interesse an eigener Praxis

Nach den Auswertungen steht fest: immer weniger der Studierenden geben an, in einer eigenen Praxis tätig sein zu wollen. Innerhalb der letzten vier Jahre hat sich deren Zahl von rund 60% auf knapp über 53% verringert. Eine Anstellung in einer ambulanten Praxis wird dagegen bevorzugt. (Steigerung von 65 auf 70%). Offenbar sind die jungen Mediziner an einer Tätigkeit im Team interessiert. Denn weit mehr von ihnen als an einer einzelnen Praxis arbeiten wollen, würden in einer Praxisgemeinschaft tätig sein wollen.

Allerdings sieht man in dieser Entwicklung auch Probleme: die inhabergeführte Praxis darf nicht zum Auslaufmodell werden, so die Experten, denn dann könnten die Patienten nicht mehr versorgt werden; man sollte also politikseitig den Nachwuchs nicht mit immer mehr gesetzlichen Vorgaben davon abschrecken.

Als negativ bei einer Selbstständigkeit sehen die Mediziner vor allem das hohe finanzielle Risiko und die hohe Bürokratie an. Auch drohende Regressforderungen sind ein Thema, sowie der fehlende Austausch mit Kollegen. Im Krankenhaus angestellt zu sein, hat aber in den Augen der Studenten ebenfalls große Nachteile: vor allem die hohe Arbeitsbelastung wird hier genannt und der starke ökonomische Druck, sowie geringe Freizeit und starre Hierarchien.

Der persönliche Kontakt mit den Studenten soll dazu beitragen, dass das Interesse an der ambulanten Medizin erhalten bleibt oder sogar wieder gestärkt werden kann. Diese Vorgehensweise hat bereits die Allgemeinmedizin für die Zukunft wieder nach oben getragen, während die Chirurgie als erklärtes Ziel leicht rückläufig ist.



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