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Maßnahmen der Politik: So soll der Ärzteknappheit begegnet werden

Die Knappheit an Ärzten in bestimmten Gebieten, wie beispielsweise im ländlichen Raum, ist immer öfter zentraler Punkt von geplanten Gegenmaßnahmen.

Baden-Württemberg will Landarztquote einführen

In Baden-Württemberg gibt es schon lange Diskussionen über eine Landarztquote. Nun soll es eine Kabinettsvorlage zur Ausgestaltung geben. 75 Studienplätze werden demnach an Medizinstudenten vergeben, die bislang keinen Studienplatz erhielten, sich aber nun verpflichten, 10 Jahre Landarzt in einem Gebiet mit Ärztemangel zu werden. Bei Nichteinhaltung dieser Vereinbarung droht eine Strafe von einer Viertelmillion Euro.

Man hofft darauf, dass viele von ihnen auch nach Ablauf der 10 Jahre dort bleiben werden, da sie sich dort eingelebt hätten. Die ersten solcher Plätze werden zum Sommersemester 2021 in Tübingen vergeben. Da man mit einem Run auf die 75 Plätze von rund 1.400 Bewerbern rechnet, wird eine extra Bewerbungs-und Überwachungsstelle eingerichtet. Die Kosten werden pro Jahr bei rund 1,3 Millionen Euro liegen.

Problem: schon derzeit gibt es in Baden-Württemberg über 600 unbesetzte Landarztstellen – Tendenz steigend. Die nun auf den Weg gebrachte Hilfe greift in frühestens 12 Jahren.

Thüringen will mehr Studienplätze für Medizin schaffen

Laut SPD-Fraktion ist geplant, zum Wintersemester 21/22 die Studienplätze in Humanmedizin an der Uni Jena um 10% aufzustocken. Fünf Prozent der Studienplätze sollen an solche Studenten vergeben werden, die sich dazu verpflichten, nach Ende der Ausbildung als Landärzte zu arbeiten.

Auch in Thüringen geht man für die nächsten Jahre von einem Bedarf an Ärzten in der ambulanten Versorgung von rund 1.200 aus, die fehlen werden. Viele gehen in den Ruhestand; Medizinstudenten in Thüringen kommen häufig aus anderen Bundesländern, und gehen nach Ende der Ausbildung dorthin zurück.

Medizinstudium auch ohne Abitur möglich

Wer in einem Gesundheitsberuf tätig ist, und dafür kein Abitur benötigte, kann sich dennoch nach einiger Berufspraxis für ein Medizinstudium entscheiden. Derzeit gibt es in Deutschland schon rund 1.000 solcher Studenten, die Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie studieren. Sie haben als Voraussetzung den Abschluss in einem Gesundheitsberuf oder der Pflege nachgewiesen, sowie eine mindestens dreijährige Berufspraxis. Diese kann zusätzlich als Wartezeit angerechnet werden.



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