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Schlechte Arbeitsbedingungen - Massenflucht aus Pflegeberufen zu befürchten

Die Arbeitsbedingungen in Pflegeberufen galten schon vor der Pandemie als schlecht. Während der besonderen Herausforderungen, die Corona mit sich bringt, ist der Beruf noch anstrengender geworden, und wird von vielen als große Belastung angesehen.

Massenflucht befürchtet

Die Bundesregierung hat seit einiger Zeit einen Pflegebeauftragten ernannt. Andreas Westfellhaus, der dieses Amt derzeit ausübt, warnt nun vor einer Massenflucht aus den Pflegeberufen. Er sagt: "wenn wir nicht schnell das Ruder herumreißen, riskieren wir einen massenhaften Ausstieg aus diesem Beruf".

Körperliche und seelische Erschöpfung an der Tagesordnung

Nach einem Jahr Pandemie sind viele der Pflegekräfte verständlicherweise körperlich und seelisch am Ende ihrer Kraft. Deshalb sehen sie sich jetzt nach anderen Berufen um. Tausende Pflegekräfte haben im letzten Jahr die Heime und Krankenhäuser verlassen.

Vertrauen in Politik verloren

Während zu Beginn der Pandemie noch viele damit gerechnet haben, Unterstützung von der Politik zu erhalten, habe sich diese Hoffnung nicht erfüllt und führe zur Massenflucht, betont Westfellhaus.

Immer wieder müssten Pflegekräfte freie Tage oder ihren Urlaub abbrechen um einzuspringen, was zu einem Gefühl der Ohnmacht führt. Personalschlüssel, die sich am Pflegebedarf orientieren sind dringend nötig. Dabei müssen planbare Arbeitszeiten berücksichtigt werden, die ohne Hetze einzuhalten sind. Auch eine bessere Bezahlung sei dringend notwendig.

Einstiegsgehalt und Arbeitsübertragung wird gefordert

Der Chef des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, hatte ein Einstiegsgehalt von 4.000 Euro für Pflegekräfte gefordert. Es gehe nicht so weiter, dass sich Tarifpartner für eine Gehaltserhöhung von 70 Euro loben, die jedoch lächerlich sei.

Außerdem soll es mehr Kompetenzen für die Pflegenden geben. Examinierte Pflegekräfte hätten eine Ausbildung von drei Jahren absolviert und danach einen hohen Wissensstandard. Sie können Infusionen legen, Wunden versorgen und Beatmungsentwöhnungen steuern. Doch hier gibt es von den Ärzten nach wie vor Widerstand dagegen, dass die Pflegekräfte die Arbeiten übernehmen.

Die flächendeckende Versorgung auch auf dem Land sei jedoch nur möglich, wenn eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Ärzten und Pflegern geschafft wird.

Arbeitsbedingungen in Intensivpflege auf Prüfstand

Auch die Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege müssen auf den Prüfstand. Hier brauche man ein verbindliches Personalbemessungsinstrument, psychologische Unterstützung und eine entsprechende Entlohnung. Die Bürokratie müsse außerdem extrem heruntergefahren werden.

Alle diese Forderungen müssen schnellstens umgesetzt werden, um eine Massenflucht im Pflegeberuf zu verhindern, die das System zusammenstürzen ließe.



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