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Marburger Bund: Kommt die Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Andere?

Der Marburger Bund hat seine 138. Hauptversammlung abgehalten. Dabei war die Corona-Impfungen während der Pandemie natürlich eines der Hauptthemen. Eine entsprechende Debatte, in deren Verlauf über die allgemeine Impfpflicht gesprochen wurde, war vorausgegangen.

Schutz der nicht Geimpften?

Es gibt eine Reihe von Menschen, die nicht geimpft werden können. Diese bedürfen eines speziellen Schutzes, das sollte selbstverständlich sein. Darüber sind sich die Delegierten auf der Sitzung des Marburger Bundes einig. Rasant steigende Infektionszahlen tun ein Übriges, sich darüber Gedanken zu machen, wie es mit den Impfungen weitergehen soll. Kinder, die bislang nicht geimpft werden konnten, weißen derzeit viele Infektionen auf. Zunehmende Impfdurchbrüche bei älteren Personen und solchen mit vielfachen Vorerkrankungen nehmen zu. Weiterhin gibt es eine zu niedrige Impfquote bei Beschäftigen in dem Bereich des Gesundheitswesens - also insgesamt sei ein Handlungsbedarf angezeigt.

Impfpflicht für alle im Gesundheitswesen?

Man diskutiert, ob nicht in Anlehnung an § 20 Abs. 8 des Infektionsschutzgesetzes, bei dem es um die Masernimpfpflicht geht, für Personen, die in Einrichtungen nach §23 Abs. 3 Satz 1, § 33 Nr. 1 bis 4 oder § 36 Abs. 1 Nr. 4 lfSG tätig sind, eine Impfpflicht gegen Covid 19 geben soll.

Benannt sind in diesen Paragraphen alle Menschen, die in Krankenhäusern und Einrichtungen für ambulantes Operieren tätig sind. Weiterhin diejenigen, die in Vorsorge-und Rehaeinrichtungen tätig sind, in Arztpraxen und Tageskliniken. Aber auch alle, die in Schulen und Kindertageseinrichtungen arbeiten, in sonstigen Ausbildungseinrichtungen oder in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen.

Was der Marburger Bund noch fordert

Zusätzlich zu der partiellen Impfpflicht fordert der Bund die Politiker auf, Mittel für eine positive Motivation, Aufklärung und einfache Zugänglichkeit zu nutzen, damit die allgemeine Impfpflicht verhindert werden könne. Denn immerhin handelt es sich dabei um einen erheblichen Eingriff in das Grundrecht, was nur eine letzte Maßnahme sein könne.

Auch Hausärztechef für Impfpflicht bei Pflegekräften

Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, spricht sich für eine Impfpflicht bei den Fachkräften in Alten-und Pflegeheimen aus.

Wer nicht geimpft ist, solle dort nicht arbeiten - das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, wenn man sich um Schwerkranke kümmert oder um besonders gefährdete Menschen. Da aber die Regierung eine Impfpflicht kategorisch ausgeschlossen hat, fordert er die dort Verantwortlichen auf, dies beim angedachten Impfgipfel zu prüfen und Ideen umzusetzen, wie Impfanreize funktionieren könnten. Denn er hält den Ausschluss der Impfpflicht für den größten Fehler bei der Pandemiebekämpfung.

Er geht davon aus, dass in diesem Herbst und Winter das Risiko für Ungeimpfte, an einem schweren Verlauf von Corona zu erkranken, sehr groß sei.



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