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Antikorruptionsgesetz für Ärzte - sind Interessenskonflikte immer lösbar?

(Pharma)-Industrie und Ärzte stehen in einem engen Verhältnis – wechselseitige Beziehung eingeschlossen. Das führt mitunter zu Interessenskonflikten bei Ärzten. Seit dem letzten Sommer gibt es das Antikorruptionsgesetz der großen Koalition; nun reagieren darauf die Wissenschaftlich Medizinischen Fachgesellschaften. Über den Umgang mit entsprechenden Interessenskonflikten wird nun ein einer entsprechenden Arbeitsgemeinschaft beraten.

Die Zusammenarbeit mit der Industrie

Die entsprechende Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Industrie soll nicht in Frage gestellt werden - das wäre auch kontraproduktiv. Die Wechselwirkung ist wichtig: die Ideen der Mediziner werden in der Industrie umgesetzt; die Entwicklungen der Industrie müssen wissenschaftlich geprüft sein, ehe sie für eine Zulassung am Menschen in Frage kommen. In der Notwendigkeit der Sache an sich ist man sich also einig.

Die Mitarbeit an Leitlinien

Die Mediziner, die an Leitlinien mitarbeiten, sollen ihre Interessen in Zukunft schriftlich darlegen. Das kann zum Beispiel ein wissenschaftlicher Schwerpunkt sein. Wer dabei in Interessenskonflikte gerät, soll in der Leitlinienarbeit keine leitende Position mehr ausüben; so will es die prüfende Kommission. Das Ganze soll außerdem in Zukunft für die Öffentlichkeit transparenter ablaufen.

Kritiker sehen die angestrebten Verbesserungen nicht als umfangreich genug an. Die institutionellen Interessenskonflikte würden außen vor gelassen. Dabei würde es bestimmte Fachgesellschaften ohne die Unterstützung der Industrie gar nicht geben.

Fazit ist, die Leitlinienarbeit soll nicht abhängig von den Geldflüssen aus der Wirtschaft sein. Eine Möglichkeit, dies zu verhindern wäre, wenn die nötigen Unterstützungen finanzieller Natur dafür von Krankenkassen oder sogar dem Steuerzahler kämen.


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