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Zweite Welle: Krankenhäuser bislang ohne zweiten Rettungsschirm

Während der ersten Pandemiewelle im Frühling hatte es einen Rettungsschirm für die Krankenhäuser gegeben. Der Marburger Bund fordert jetzt ähnliche Maßnahmen vom Bund.

Marburger Bund appelliert an Bundesgesundheitsminister

Der Gesundheitsminister des Bundes, Jens Spahn, wurde von der ersten Vorsitzenden des MB, Frau Susanne Johna, aufgefordert, erneut einen Rettungsschirm ins Leben zu rufen.

Personalentlastungen seien dringend nötig, sagte sie auf der virtuellen Hauptversammlung des Bundes.

Fehler vermeiden

Bei Überlastung, Übermüdung und dergleichen mehr seien Fehler vorprogrammiert, das gilt natürlich auch für den Bereich der Hygiene. Deshalb muss gegen eine Überlastung des Personals vehement vorgegangen werden. Die Krankenhäuser brauchen Planungssicherheit, elektive Eingriffe müssen verschiebbar sein. Auch im bürokratischen Bereich durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen müsse es eine Entlastung geben.

Schutz in Krankenhäusern nicht gut geplant

Während der "Pandemiepause" im Sommer hätten es viele Krankenhäuser versäumt, sich entsprechend auf die zweite Welle vorzubereiten, vor allem im Bereich der Schutzausrüstung für die Mitarbeiter. Manche Häuser würden Ausrüstungen ausgeben, die nicht CE-zertifiziert sind. Dies sei fahrlässig.

Johna fragt, warum die Bestände nicht vom TÜV geprüft werden können. So wäre es möglich, die Sorglosigkeit des Sommers auszugleichen.

Druck auf die Klinikärzte steigt immens

Enormer Druck auf das Personal geht von den steigenden COVID-19-Zahlen aus. Viele Kollegen wenden sich inzwischen an psychiatrische Kliniken, so ein Vorstandsmitglied des MB. Sie kämen sich "verloren vor", weil sie fachfremd eingesetzt würden. Außerdem steigt der ethische Druck. Denn es muss entschieden werden, welche Eingriffe plangemäß vorgenommen und welche verschoben würden.

Weitere Kritik

Außerdem kritisiert der Marburger Bund, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung künftig für die Ersteinschätzung in den Notaufnahmen zuständig sein soll. Sie finde es "… nicht nachvollziehbar, zumal seit Januar ein Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung auf Eis liegt…", so Johna. Mehr Kontrolle und mehr Dokumentationen sollen zu erhöhter Qualität führen, doch mehr Schreibtischarbeit sei der falsche Weg. Vielmehr solle es darum gehen, das Finanzierungssystem, die Überlastung des knappen Personals und bürokratische Vorgaben sowie unzureichende Krankenhausplanungen zu überdenken.



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