Menu
Header-Logo

Arztsitzübernahme durch MVZ – Welche Arbeitszeitregelungen sind zu beachten?

Immer mehr Ärzte finden keinen Nachfolger für ihre Praxis, wenn sie in Rente gehen wollen. Vor allem im ländlichen Bereich ist dies ein Problem. Abhilfe schafft für Manche, dass sie ihren Arztsitz an ein MVZ abgeben – doch dort müssen sie drei Jahre als Angestellter arbeiten. Das führte zu Missverständnissen.

Wie viel Arbeitszeit ist vorgeschrieben?

Besonders für ältere Ärzte, die sich langsam aus dem Berufsleben zurückziehen wollen, ist dies interessant. Doch es gab in der Vergangenheit Diskrepanzen darüber, wie umfangreich die Arbeitszeit sein muss, damit das Angestelltenverhältnis als ausgefüllt gilt.

Es gilt angeblich gesetzlich folgende Regelung: Der Arzt kann nach einem Jahr Angestelltentätigkeit seine Beschäftigung um eine Viertelstelle, und nach einem weiteren Jahr um eine erneute Viertelstelle reduzieren. Doch diese Antwort scheint falsch zu sein, auch wenn sie oft publiziert wird.

Vielmehr gilt: Arzt und MVZ müssen sich einig werden, was die Arbeitszeit betrifft, und zwar kann der Umfang der Tätigkeit reduziert werden, wenn der Arzt mindestens mit einem Versorgungsauftrag einer Viertelstelle drei Jahre angestellt ist. Die o.g. Regelung der Reduktion aller 12 Monate war von den Richtern nur als Beispiel gedacht.

Irrtum in der Interpretation

Es handelt sich also lediglich um einen Fehler in der Interpretation des Gerichtsurteils, der nach sich zog, dass viele Betroffene dieses Beispiel als Vorgabe für das Angestelltenverhältnis ansahen. Vielmehr war es aber nur eine Variante, die zur Verdeutlichung des Inhaltes des Gesetzes gedacht war. Nachdem nun dieser Irrtum ausgeräumt ist, dürften sich noch mehr Ärzte dafür interessieren, das Modell der Übernahme durch das MVZ für sich in Anspruch zu nehmen.


© 2017 1a-Ärztevermittlung