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Ärztekammer in Westfalen für schnellere Coronaimpfung von Gesundheitspersonal

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe, namentlich deren Vorstand, hat den Stopp der Coronaimpfungen in den nordrhein-westfälischen Kliniken kritisiert. Ebenso trifft der Umstand, dass der Start in den Impfzentren der genannten Region verschoben wird, auf Unverständnis.

Verlässliche Impfplanung wichtig!

Der Vorstand hatte sich für eine verlässliche Impfplanung ausgesprochen. Das jetzige Chaos führe zu Irritationen bei Ärzten und Pflegepersonal in Praxen und Kliniken. Er hatte dafür plädiert, dass der Start 1. Februar unbedingt eingehalten werden müsse. Das gesamte Gesundheitspersonal sollte geimpft werden und die gesamte Impfkampagne künftig ohne weitere Unterbrechungen weitergeführt werden.

Zugeständnis wegen fehlender Impfungen

Natürlich gesteht man zu, dass es eine festgelegte Impfreihenfolge geben muss aufgrund der wenigen Impfdosen, die zur Verfügung stünden. Doch ein "Auseinanderdividieren des medizinischen Personals" hält der Kammerpräsident für kontraproduktiv.

Allerhöchste Priorität müssten all jene haben, die die Bewohner in Alten-und Pflegeheimen versorgen. Das sind auch viele Hausarztpraxen mit ihren Mitarbeitern. Auch bei onkologischen Praxen ist Tempo bei der Impfung angesagt.

Im Krankenhaus alle wichtig

Eine Unterscheidung zu treffen bzw. Reihenfolge festzulegen, wenn es um das Personal in Kliniken gehe, sei schwierig. Denn durch die Bereitschaftsdienste sind nahezu alle Mitarbeiter mit Corona-Patienten in Kontakt. Das gesamte Fachpersonal sei deshalb unbedingt bei den Impfungen zuerst zu bedenken.

Knapper Impfstoff auch weiterhin

Der Kammerpräsident betont, dass der Impfstoff seiner Meinung nach auch weiterhin knapp bliebe. Deshalb ist es sinnvoll, Prioritäten zu setzen, wobei aber innerhalb der Gruppen Differenzierungsmöglichkeiten fehlten. Ärzte sollten deshalb auch nach Kenntnislage vor Ort entscheiden dürfen, wer geimpft werde.

Hälfte der Impfungen für Gesundheitspersonal

Schon Anfang Januar hatte das RKI berichtet, dass fast die Hälfte der Impfungen in Deutschland an das Gesundheitspersonal ginge. Allerdings gab es hier innerhalb der Länder Unterschiede: während die meisten Bundesländer sich dafür entschieden, Impfungen aus beruflicher Indikation zu bevorzugen, waren in Baden-Württemberg und dem Saarland Personen über 80 Jahre vorgezogen worden.

Traurige Bilanz

Wie das RKI meldet, sind bislang rund 150 Mitarbeiter des Gesundheitswesens an COVID-19 verstorben. Täglich würden sich im Schnitt rund 500 solche Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infizieren. Damit können sie bis auf Weiteres nicht geimpft werden.



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