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In welchen Gegenden in Deutschland fehlen die meisten Hausärzte?

Während in vielen Gegenden in Deutschland derzeit eher von einem Mangel an Hausärzten ausgegangen wird, gibt es anderswo zu viele, bzw. einen Mangel an Patienten. Geht es einfach um eine schlechte Verteilung der Ressourcen?

Die Unterschiede sind groß: während in einigen Orten die Ärzte mehr als genug vorhanden sind, werden wo anderes im Land von Patienten geduldig lange Wartezeiten in Kauf genommen, da sich viele Menschen vor den wenigen Arztpraxen drängeln. Grund dafür ist die attraktive Infrastruktur in der einen oder anderen Gegend, in der sich ein Arzt dann auch privat wohlfühlen kann. Andere Städte und ländliche Gebiete sind weniger attraktiv – auch für Ärztefamilien.

Wer wäre nicht gerne Arzt auf Sylt?

Die Messgröße, wie viele Menschen auf einen Hausarzt kommen, liegt auf Sylt bei traumhaften 759. Hier findet man die größte Arztdichte des Landes. Aufgrund von Erhebungen von "Rebmann Research" wurde aber auch festgestellt, dass in einigen Gegenden Westfalens mehr als dreimal so viele Einwohner pro Arzt auf Hilfe warten. Die Konkurrenz ist maßgeblich vom Standort abhängig, und während in manch einer Stadt die Bedarfsplanung die weitere Eröffnung einer Arztpraxis verhindert, ist in einer anderen der Patientenstrom kaum mehr zu bewältigen.

Nicht nur positiv

Während dort, wo eine geringe Arztdichte herrscht, die Eröffnung einer Praxis mit geringerem wirtschaftlichem Risiko verbunden ist, sieht das in einer begehrten Stadt schon ganz anders aus. Das ist vielleicht für manchen jungen Mediziner eine Überlegung wert. Häufig liegt zwischen zwei Orten, die eine gegensätzliche Tendenz verzeichnen, nur wenig Entfernung. Es ist also durchaus legitim nachzudenken, ob man nicht mit einem Umzug nur 40 oder 50 Kilometer weiter seine Chancen auf eine auch wirtschaftlich erfolgreiche Praxis erhöhen könnte.

Neue Bundesländer nicht das Schlusslicht

Häufig wird davon ausgegangen, dass die Arztdichte in den neuen Bundesländern, und hier besonders in ländlichen Gebieten, sehr gering ist. Doch es zeigt sich, dass dies gar nicht unbedingt an der allgemeinen Hausarztdichte liegen muss; diese ist zum größten Teil besser als beispielsweise in Gegenden Westfalens. Und selbst innerhalb Berlins gibt es eklatante Unterschiede: Während in Charlottenburg ein Hausarzt nur wenig mehr als 1.200 Patienten zu versorgen hat, sind es in Lichtenberg über 2.000. Die KV will in den betroffenen Gebieten Maßnahmen zur Gegensteuerung einleiten.



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