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Studienplätze als Landarzt in Niedersachsen - eine Perspektive?

Ist vom Ärztemangel die Rede, geht es meist nicht um fehlende Mediziner in einem renommierten Klinikum, sondern um die Landärzte, die Allgemeinmediziner, die sich auf eine kleine Praxis auf Dörfern einlassen, dort ihre Patienten persönlich genauer kennen und dafür in Kauf nehmen, auch ohne Bereitschaft aus dem Bett geklingelt zu werden.

Bundesländer schlagen Alarm

Seit längerem schon sind in einigen Bundesländern die Alarmglocken angegangen: denn die Landärzte fehlen in vielen Regionen massiv. Die Folge: auch ältere und schwer kranke Menschen müssen den Weg zum Arzt mit Hilfe Anderer antreten, weil dieser mühsam und weit geworden ist. Jetzt hat eine Prognose eine erschreckende Zahl ergeben: in Niedersachsen fehlen bis 2030 rund 1.000 Hausärzte.

Niedersachsen in Not

Eine Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung hat für Niedersachsen diese Werte ermittelt; dabei geht es vor allem um freie Stellen im ländlichen Bereich. Gesundheitsministerin Carola Reimann will es so weit nicht kommen lassen. Sie kämpft für eine Einführung der Landarztquote.

Medizinstudenten mit Vorteilen

Die Landarztquote soll dafür sorgen, dass bis zu zehn Prozent der begehrten Medizin-Studienplätze an solche Bewerber vergeben werden die sich verpflichten, nach ihrer Ausbildung in unterversorgten Regionen auf dem Land tätig zu werden. Entsprechende Maßnahmen gibt es bereits in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Ärztekammer Niedersachsen lehnt ab

Doch die Ärztekammer in Niedersachsen ist davon wenig begeistert. Deren Präsidentin, Martina Wenker, gibt zu bedenken: „Wenn ich eine Quote für Allgemeinmedizin schaffe, befördere ich einen Mangel bei anderen Disziplinen, die heute schon wenig von Studierenden gewählt werden“. Das betrifft beispielsweise Intensivmediziner und Notärzte, die ebenfalls massiv fehlen.

Andere Maßnahmen sind bereits eingeführt

Außerdem seien andere Maßnahmen bereits am Laufen: so bekommen Studierende 400 Euro monatlich, wenn sie zusagen, sich nach dem Studium zum Allgemeinmediziner ausbilden zu lassen und im ländlichen Raum zu arbeiten.

Wer dort eine Praxis übernimmt oder gründet, bekommt von der KVN 60.000 Euro an Fördergeldern. Dort, wo Unterversorgung droht, sogar noch 10.000 Euro mehr. Entschließt sich ein Student für sein Praktisches Jahr eine Hausarztpraxis in Niedersachsen zu wählen, bekommt er bis zu 2.400 Euro Förderung für diese Zeit.



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