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Ärzte in Gesundheitsämtern wollen einen eigenen Tarifvertrag - Personalnot droht

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) warnt erneut vor Personalnot in den Gesundheitsämtern. Es wird ein arztspezifischer Tarifvertrag im Öffentlichen Gesundheitsdienst gefordert.

Vielfältige Aufgaben müssen erledigt werden

Die Gesundheitsämter müssen vielfältige Aufgaben erledigen. Der BVÖGD mahnte an, dass diese nur erledigt werden könnten, wenn genügend Fachpersonal in den Gesundheitsämtern zur Verfügung stünde. Die Bewerber müssten daher attraktive und langfristige Perspektiven bekommen, so der DVÖGD-Vorsitzende Johannes Nießen.

Er lobt, dass die Kommunen zusätzliches Personal einstellen könnten, da dafür Mittel zur Verfügung stünden, aber es müssen langfristige Perspektiven geboten werden, nicht nur befristete Verträge. Auch die gleiche Bezahlung für gleiche Facharztqualifikationen sind noch in weiter Ferne. Die Ämter müssen in einen Wettbewerb treten mit Praxen und Krankenhäusern, in dem sie derzeit nicht mithalten können. Daher sei ein arztspezifischer Tarifvertrag im ÖGD unverzichtbar.

Arbeit im Gesundheitsamt ist mehr als Pandemie

Zwar sind die Gesundheitsämter und ihre Arbeit durch die Pandemie stark in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, aber sie umfasst weit mehr als Infektionsschutz und Pandemiemanagement. Auch die Betreuung von Wohnungslosen und psychisch Kranken gehört ist das Ressort, Trinkwasser-und Hygienekontrollen, Schuleingangsuntersuchungen, Gesundheitsberichterstattungen und vieles Weitere. Die anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit sei sehr befriedigend und verlange viel Engagement.

Tarifvertrag wird derzeit verweigert

Trotz der tatkräftigen Unterstützung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Gesundheitsminister der Länder werde den Gesundheitsämtern bislang ein eigener Tarifvertrag verweigert, so der BVÖGD.

Die Grundvergütung von bis zu 1.500 Euro falle damit weit geringer aus als in Kliniken oder dem medizinischen Dienst der Krankenkassen. Die "Verweigerungshaltung2 der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) würde den Gesundheitsämtern schaden. Dabei haben gerade die dortigen Kollegen in der Pandemie gezeigt, dass sie sich mit viel Engagement einsetzen.

Obwohl der Bund mit dem Pakt für den ÖGD ausdrücklich Mittel dafür zur Verfügung stellt, weigern sich die kommunalen Arbeitgeber, dies umzusetzen. "Selbst, wenn wir jetzt Stellen im Rahmen des Pakts neu besetzen können, bleiben die Bewerbungen wegen der schlechten Bezahlung aus", kommentiert dies die BVÖGD-Vorsitzende Elke Bruns-Philipps.

Außerdem zeigten die Streiks des MB auch, dass es für die Ärzte in kommunalen Kliniken dringend Verbesserungen geben müsse. Die Ärzte haben mitsamt dem ganzen Klinikpersonal während der Pandemie oft Übermenschliches geleistet. Dies müsse tariflich anerkannt und Erholung an Wochenenden und nach Nachtdiensten verbessert werden.



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