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Gefährdete Ärztejobs? Bundesgesetz gegen Überversorgung stößt Medizinern auf

Es soll die Überversorgung in Ballungszentren regulieren und Patienten ermöglichen, schneller an Facharzttermine zu kommen: Das Versorgungsstärkungsgesetz ist seit dem 17.12.2014 beschlossene Sache. Die Begeisterung für das neue Gesetz hält sich bei den Ärzten jedoch in Grenzen. Das Fachmagazin „Deutsches Ärzteblatt“ kritisierte das neue Gesetz bereits im Vorfeld streng: Die Ärztegemeinschaft sieht die Existenz zahlreicher Praxen und Ärztejobs in Gefahr, denn Fachpraxen in überversorgten Gebieten sollen von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) aufgekauft, sobald der Mediziner in Rente geht. Neu besetzt werden sollen die Praxen allerdings nicht, sodass sie für die Ärztevermittlung ausscheiden. Diese Ausdünnung, vor allem in den deutschen Großstädten, wird von vielen Medizinern kritisiert. Die Entscheidung, welche Region überversorgt ist und welche nicht, sei „willkürlich“.

Ziel der Neustrukturierung durch das Gesetz ist es unter anderem, junge Ärzte zur Übernahme einer Landpraxis zu bewegen. In vielen provinziellen Regionen herrscht ein Überschuss an Ärztejobs, das beweisen die zahlreichen Stellenmärkte für Mediziner. Doch junge Absolventen bevorzugten bisher Ärztejobs in Großstädten. Personalservices für Mediziner engagieren sich gemeinsam mit Kommunen und Kliniken für die Vergabe freier Ärztejobs in ländlichen Gebieten. Die Ärztevermittlung auf dem Land könnte durch das neue Versorgungsstärkungsgesetz erleichtert werden. Ob dies gelingt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.


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