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In Sachsen wird es auch künftig mehr Bewerber als Studienplätze für Medizin geben

Erste Medizinstudienplätze nach der sächsischen Landarztquote haben mehr Bewerber angezogen, als Plätze vorhanden sind.

Mehr Interessenten als Plätze

Für die ersten Studienplätze in Humanmedizin nach der sächsischen Landarztquote haben sich 67 Interessenten beworben. Nur 40 Plätze können vergeben werden.

Die Unterlagen werden derzeit ausgewertet, teilte das Sozialministerium Dresden mit. Im Anschluss wird es im Juni die Auswahlgespräche geben.

Die neue Landarztquote

Die neue Quote soll helfen, die medizinische Versorgung in den Regionen abseits großer Städte zu sichern. Dabei müssen die Bewerber kein Abitur im Bereich von 1,0 vorweisen.

Dafür verpflichten sie sich, nach dem Abschluss des Studiums für mindestens 10 Jahre als Mediziner auf dem Land zu arbeiten. Eine nächste Bewerberrunde steht ab Februar 2023 an.

Bei der entsprechenden Debatte, die im sächsischen Landtag im März geführt worden war, hoffte man darauf, die Plätze in einer ersten Bewerberrunde besetzen zu können. Die Besonderheit ist, dass der Numerus clausus ausgesetzt ist.

Allerdings: Wer den Vertrag, mindestens 10 Jahre in den nötigen Regionen zu arbeiten, nicht einhält, muss mit einer Strafe von 250.000 Euro rechnen.

Zwanzig-Punkte-Programm

Diese Maßnahme ist Teil eines 20-Punkte-Programms der medizinischen Versorgung bis zum Jahr 2030. Ein Teil der Mediziner mit ausländischen Wurzeln hätte Sachsen wieder verlassen, weil die Willkommenskultur sehr zu wünschen übrig ließ, kritisierte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping von der SPD. Derzeit stammen fast 15% der Ärzteschaft im Bundesland aus dem Ausland.

Derzeit gibt es in Sachsen 435 unbesetzte Arztstellen, davon rund 85% Hausärzte. Eine Unterversorgung ist in einigen Teilen unvermeidbar bzw. schon Tatsache. So beispielsweise in Torgau, Stollberg oder Weißwasser.

Allerdings gibt es von der Opposition im Landtag auch Gegenwind. So bezweifelt Susanne Schaper von den Linken die Wirksamkeit der Quote, da frühestens in zehn Jahren absehbar wäre, ob eine Besserung durch die Maßnahme erreicht werden konnte.



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