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Fehlende Landärzte: Entlastung der ländlichen Hausärzte durch Pflegedienste

Dass viele Hausärzte im ländlichen Raum überlastet sind, weil Kollegen fehlen, ist eines der größten Probleme unseres Gesundheitssystems. Nun soll es neue Wege geben um Abhilfe zu schaffen. Zum Beispiel könnten Pflegedienste einen Teil der Aufgaben übernehmen.

Modellprojekt in Gifhorn

Ein Modellprojekt dazu wurde bereits im niedersächsischem Gifhorn angeschoben. Dies hat auch die Gesundheitsministerin des Landes, Carola Reimann, genauer unter die Lupe genommen. Sie sagte dazu: "Unser Ziel ist es, die ambulante medizinische Versorgung gerade in den ländlichen Regionen zu verbessern". Dieses Musterprojekt sei deshalb genau zu beobachten.

Und so funktioniert es

Der Arzt gibt einen Auftrag an den Pflegedienst, dessen Mitarbeiter, mit entsprechender Technik ausgestattet, zum Patienten gehen. Er kann dort eine Wundversorgung vornehmen, ein EKG schreiben, oder einfach den Blutdruck messen. Die AOK Niedersachsen hat sich bereit erklärt, dieses Angebot in ihren Leistungskatalog aufzunehmen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen sieht ebenfalls Vorteile, da sich die Menge an Patienten im ländlichen Raum nicht mehr mit den vorhandenen Ärzten in Einklang bringen lässt. Zu wenige Praxen werden an junge Kollegen übergeben, obwohl immer mehr Patienten älter werden.

Attraktive Arbeit für Pflegedienstmitarbeiter

Die Pflegedienste, die sich am Projekt beteiligen, sehen es ebenfalls positiv. Die klassische Arbeit der Pflegedienstmitarbeiter liegt in den Morgen-und Abendstunden. Diese unattraktiven Dienste können mit der körperlich weniger anstrengenden Arbeit für die Landärzte besser eingeteilt werden.

Da Patienten, die auf einen Hausbesuch des Arztes angewiesen sind, häufig auch pflegebedürftig sind, lassen sich hier doppelte Arbeit und vor allem doppelte Wege vermeiden. Eine schnelle Kommunikation zwischen beiden Beteiligten ist dank der heutigen Technik einfach möglich.

Ausweitung des Projektes geplant

Das Projekt steht auf dem Prüfstand. Sollte es sich bewähren, strebt man eine Ausweitung an, die ab 2021 greifen könnte. Der Versuch wird derzeit über die niedersächsischen Gesundheitsregionen mit rund 80.000 Euro gefördert.



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