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Analyse: McKinsey-Studie sieht Milliarden-Ersparnis in Deutschland mit digitaler Medizin möglich

Eine Studie besagt: Deutschland hat durch digitale Medizin bereits 1,4 Milliarden Euro pro Jahr einsparen können. Doch es geht noch viel mehr.

Digitalisierung in der Medizin nicht schnell genug

Wie auch in anderen Bereichen - beispielsweise der Schule - geht die Digitalisierung den Experten auch in der Medizin nicht schnell genug. So entgehen dem Land Einsparungen in Milliardenhöhe, hat die entsprechende Studie der Unternehmensberatung McKinsey nun festgestellt.

Denn die Ausgaben könnten um bis zu 42 Milliarden niedriger sein (pro Jahr!), wenn man konsequent auf digitale Technologien gesetzt hätte.

Einsparungen gewaltig

Diese Einsparungen wären gewaltig, da sie ungefähr 10% der Gesamtausgaben entsprechen. In der Analyse heißt es, dass das „Potenzial für den deutschen Markt von 26 derzeit verfügbaren Gesundheitstechnologien“ besteht, was aber weitestgehend ungenutzt bleibt.

Deutschland habe zwar einige wichtige Vorhaben in dieser Richtung auf den Weg gebracht, wie die elektronische Patientenakte oder die „App auf Rezept“ und eine Verbesserung der Möglichkeiten für Videosprechstunden. Aber die Angebote werden derzeit noch nicht ausreichend genutzt oder der Nutzen sei für die Anwender nicht entsprechend ersichtlich.

Deutlich wird dies an der e-Akte, die die gesetzlichen Krankenkassen den Versicherten seit 2021 anbieten müssen. Allein damit lassen sich 7 Millionen Euro einsparen.

Doch nur wenige Versicherte nutzen das Angebot, weil die Funktionen noch nicht allzu weitgreifend sein und erst nach und nach verfügbar sein sollen. So beträgt die Einsparung derzeit nur 300 Millionen.

Gesundheitswesen hat gespart

1,4 Milliarden wurden bislang pro Jahr einspart; als Vergleichszahlen ohne Digitalisierung wird 2018 herangezogen. Die Macher der Studie nennen dies ernüchternd.

Allein Online-Buchungen verringern die Kosten um 400 Millionen Euro. Bis zu 300 Millionen fallen weg, weil es den Ärzten seit Corona deutlich erleichtert wird, Diagnosen per Video stellen zu dürfen. Doch allein hier liegt das Potenzial rund 20 Mal höher.

In der Pflege werden 100 bis 300 Euro mithilfe einer Software eingespart, die das Personal miteinander vernetzt, was Absprachen erheblich erleichtern kann. „Corona hat als Katalysator gewirkt“, aber die Nutzung ist dennoch eingeschränkt.

Das wäre möglich

Einige Dinge befinden sich bereits in den Startlöchern. Wie die elektronische Patientenakte und das elektronische Rezept. Hier gibt es derzeit eine Testphase, nachdem der Beginn mehrfach verschoben wurde. Daran ist ersichtlich, dass vom Beschluss bis zum Nutzen viel Zeit vergehen kann. Die Bedürfnisse der Nutzer wurden nicht ausreichend in den Mittelpunkt gestellt - was zu Verzögerungen führt.

Unmittelbar sichtbar ist der Nutzen beispielsweise bei der Online-Terminbuchung oder der Telemedizin. Aber dort gibt es wiederum gesetzliche Grenzen, wie die Maßgabe, dass Ärzte nur ein knappes Drittel ihrer Patienten mit Hilfe der Telemedizin behandeln dürfen und entsprechende Einschränkungen bei der Abrechnung gemacht werden.

Außerdem kann es nicht immer jedem recht gemacht werden. Die Fernüberwachung von chronisch Kranken ist zwar eine Möglichkeit für Einsparungen, aber dem Krankenhaus fallen dadurch Einnahmen weg. Vorbehalte gegen die gesetzlichen Vorgaben abzubauen ist daher wichtig und von der Politik zu leisten. Gesundheitsminister Lauterbach will eine Strategie erarbeiten, um schneller effektiv zu sein.



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