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Kritik an Buch der Päpstlichen Akademie für das Leben: Irreführung und veraltete Ansichten

Vertreter der Australischen Katholischen Ärztevereinigung haben in Zusammenarbeit mit mehreren katholischen Moraltheologen und Bioethikern Kritik an einem Buch der Päpstlichen Akademie für das Leben geübt.

Sie bemängeln, dass das Buch "irreführende und verwirrende" Informationen zu theologischen und medizinischen Themen enthalte, die im Widerspruch zur etablierten Lehre der Kirche zu Themen wie Empfängnisverhütung und künstlicher Befruchtung stünden.

Die Kritiker fordern eine Korrektur der Fehlinformationen und eine Klärung der Position der Kirche zu den angesprochenen Themen. Die Päpstliche Akademie für das Leben hat bisher nicht auf die Kritik reagiert. Die Diskussion um ethische Fragen im Bereich der Medizin ist komplex und kontrovers. Hier ist es wichtig, verschiedene Standpunkte zu respektieren und einen offenen Dialog zu fördern.

Das Buch, um das es geht

Das Werk mit dem Titel "Etica Teologica Della Vita" (ETV) behandelt Themen der "Theologischen Ethik des Lebens", wobei die Heilige Schrift, Tradition und praktische Herausforderungen beleuchtet werden. Die 528 Seiten umfassende italienische Veröffentlichung ist die Zusammenfassung eines Seminars, das von der Päpstlichen Akademie für das Leben im Jahr 2021 unterstützt wurde.

Eine kritische Besprechung, die am 23. April im Linacre Quarterly, der offiziellen Zeitschrift der Katholischen Ärztevereinigung, veröffentlicht wurde, thematisiert Diskrepanzen zwischen den Standpunkten des Buches und der traditionellen Lehre der Kirche zu Themen wie Verhütung und künstlicher Befruchtung.

Das sagen die Kritiker

Vertreter der Australischen Katholischen Ärztevereinigung (ACMA) haben eine "respektvolle, öffentlich zugängliche, evidenzbasierte und von Fachleuten überprüfte korrigierende Antwort" auf das Buch "Etica Teologica Della Vita" (ETV) veröffentlicht. Die ACMA sieht sich "moralisch verpflichtet", auf die zweideutigen und problematischen Aussagen in ETV zu reagieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Buch oder die Päpstliche Akademie für das Leben in die Kritik gerät. Bereits im Jahr 2022 wurde in einem offenen Brief auf eine Reihe von Fehlern in dem Buch hingewiesen. Auch der derzeitige Präsident der Akademie, Erzbischof Vincenzo Paglia, sorgte in der Vergangenheit für Kontroversen, unter anderem mit Äußerungen zu Abtreibung und Euthanasie im Jahr 2023.

Die Kritik im Detail

Die Kritik richtet sich auf drei Hauptanliegen. Erstens bemängeln die Ärzte die "Unklarheit und Verwirrung" in ETV, die ihrer Ansicht nach zu einer irreführenden Darstellung wichtiger kirchlicher Lehren führt.

Zweitens wird ein mangelndes Verständnis des aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstandes und spezifischer Bereiche der Medizin hervorgehoben. Es wird betont, dass in ETV moderne und effektive Methoden der natürlichen Familienplanung sowie Fortschritte in der restaurativen Reproduktionsmedizin ignoriert werden, die mit den ethischen Grundsätzen der Kirche vereinbar sind.

Drittens wird auf die Widersprüche zwischen ETV und der etablierten kirchlichen Lehre zur Empfängnisverhütung und assistierten Reproduktionstechnologien hingewiesen. Es wird argumentiert, dass die Empfehlungen in ETV zu einer fehlerhaften Auslegung der kirchlichen Lehre in diesen wichtigen bioethischen Fragen führen könnten.

Lösungsansätze der Verfasser

Die Verfasser schlagen vor, dass die Päpstliche Akademie für das Leben die katholischen Ärzteverbände, repräsentiert durch die FIAMC (eine internationale Vereinigung katholischer Ärzte), hinzuzieht, um sie bei der Erstellung kommender Texte zu unterstützen. Diese Texte enthalten moralische Leitlinien für die katholische medizinische Praxis sowie ethische Fragen.

Es wurde ebenfalls allen katholischen Gläubigen, die sich mit Fragen zur Fruchtbarkeit und Fortpflanzung beschäftigen, empfohlen, den Rat gläubiger katholischer Ärzte einzuholen, um medizinische und bioethische Aspekte zu klären.


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