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Pflegekräfte und Ärzte am Limit - einige Bundesländer rufen den Katastrophenalarm aus

Die steigenden Patientenzahlen mit Covid-19-Infektion machen immer mehr Krankenhäusern zu schaffen. Pflegekräfte und Ärzte steuern auf das kräftemäßige Limit zu - einige Bundesländer wollen den Katastrophenalarm ausrufen.

Koordination der Patienten wird umgestellt

Die bayrische Staatsregierung hat den Katastrophenfall bereits ausgerufen und damit auch die Allgemeinverfügung des Freistaates angepasst. Wie der bayrische Innenminister Herrmann sagte, geht es um die Einbeziehung der Ärztlichen Leiter und der Krankenhauskoordinierung in die Struktur des Katastrophenschutzes. Damit soll eine straffe Organisation hergestellt werden mit klaren Weisungsketten. Damit einhergehen soll eine Kompetenzerweiterung der Ärztlichen Leiter. Dazu gehören beispielsweise die Möglichkeit, vorübergehend Personal in einer anderen Einrichtung einzusetzen oder anzuweisen, dass aufschiebbare Behandlungen abgesagt werden. Damit soll die vorrangige Behandlung mit Covid-19-Patienten ermöglicht werden.

Man spricht weiterhin von einer Kooperationspflicht und der dringenden Bitte, dass solche Krankenhäuser, die nicht mit Covid-19-Patienten überlastet sind, andere Patienten übernehmen, um auch den abseits von Corona anfallenden Behandlungen gerecht zu werden. Außerdem soll mit Material und Personal geholfen werden. Diese Notfallanweisungen galten in Bayern schon einmal im Frühjahr 2020.

Brandenburg: "Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten (MANV-E)"

Dieser Fall unterstützt und vereinfacht eine Zusammenarbeit aller Katastrophenschutzbeteiligten wie Feuerwehr und Rettungsdienste. Die Regionalleitungen erhalten dabei mehr Möglichkeiten bei der Steuerung von Verlegungen der Patienten in andere Krankenhäuser. Damit obliegt der notärztlichen Leitung die Koordination des MANV-Einsatzes. In Brandenburg übernehmen zudem die 24 Rehakliniken bei Bedarf Patienten mit weniger schweren Erkrankungen, die nicht an Covid-19 erkrankt sind. Es folgte bereits eine Zusammenstellung der Krankenhäuser in Brandenburg zu fünf Versorgungsregionen in einem regionalen Corona-Netzwerk.

Sachsen: drei Regionen aufgestellt

Im stark betroffenen Sachsen wird die Versorgung in drei Regionen koordiniert (Chemnitz, Leipzig und Dresden). Damit werden unter anderem die Kapazitäten der Krankenhäuser kontrolliert. Eine zielgenaue Verteilung von Patienten ist damit gewährleistet. In diesem Bundesland gehen bereits jetzt viele Ärzte und Pfleger an ihre psychischen und physischen Grenzen. Der Leiter des Koordinationsteams Corona und Ärztliche Leiter der Notaufnahme des Städtischen Klinikums Dresden, Mark Frank, wird zitiert: "Corona ist real - jeden Tag erleben wir Patienten, die schwer krank sind… oder sterben, und Pflegekräfte und Mediziner, die an ihre Grenzen gehen und Tränen in den Augen haben".

Noch keine überregionalen Verlegungen

Über ein neu errichtetes Kleeblattsystem können Covid-19-Patienten aus stark betroffenen Regionen in weniger stark Betroffene verlegt werden. Doch dieses Konzept muss von den Bundesländern aktiviert werden. Das kann erfolgten, ist derzeit aber noch nicht der Fall.



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