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Brexit hat Auswirkungen auf Patientenversorgung in Großbritannien

Wie gut oder schlecht die Versorgung von Patienten in Großbritannien ist, sei dahingestellt – durch den Brexit wurde sie aber keinesfalls verbessert. Die Krankenpflegergewerkschaft des Landes weißt auf einen akuten Pflegenotstand hin.

Unbesetzte Stellen lösen Notstand aus

Auf der Insel blieben im letzten Jahr rund 40.000 Stellen im Pflegebereich unbesetzt. Grund: die entsprechenden Bewerber fehlen. Dafür wird ursächlich angegeben, dass nicht genügend Kräfte ausgebildet worden waren, weil man lieber auf Zuzug aus dem Ausland setzte. Doch durch das Brexit-Votum ist der Zustrom ausländischer Arbeitnehmer deutlich geschrumpft – wer wollte ihnen das verdenken.

Sichere Zukunft in England?

Nun werden die entsprechenden Verbände und Politiker nicht müde zu betonen, dass auch nach dem EU-Austritt von Großbritannien die Pflegekräfte aus dem Ausland eine gute Zukunft haben. Doch daran mag so mancher nicht glauben. Ergebnis: allein in den Monaten April und Mai 2017 haben über 3.000 qualifizierte Pflegekräfte das Land verlassen. Denn außer dem Brexit sind auch andere Bedingungen nicht gerade rosig: schlechte Bezahlung, Arbeitszeiten mit Überstunden und auch die schlechte Versorgungsqualität im Gesundheitswesen sind ebenso Auslöser der Abwanderung.

Wie schlecht die diesbezügliche Versorgung in England ist, zeigen auch die Antworten der Patienten. Rund 1.000 von ihnen wurden über ihre Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen befragt, und es folgte eine Ernüchterung: Fast die Hälfte der Briten ist unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden. Experten nehmen das als Warnung. Sie befürchten den totalen Kollaps der Gesundheitsversorgung. Entsprechend unzufrieden sind auch die Ärzte, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen. Als Gründe werden außer dem Brexit Unterfinanzierung und Privatisierungen genannt.


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