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Wirtschaftliche Gefahr in der Pandemie auch für Gesundheitsdienstleister

Dass viele Branchen unmittelbar durch die Corona-Pandemie gefährdet sind, ist durchaus nachvollziehbar, allen voran denkt man hier an die Gastronomie. Doch auch Gesundheitsdienstleister müssen immer öfter Insolvenz anmelden.

Bundesregierung diskutiert

Eine sogenannte "kleine Anfrage" der FDP wurde von der Bundesregierung beantwortet. Darin heißt es, dass es im vergangenen Jahr mehr Insolvenzen bei Krankenhäusern und Facharztpraxen in Deutschland gegeben hätte.

18 Krankenhäuser sind insolvent gegangen, immerhin 80% mehr als noch im Jahr zuvor. Auch 20 Facharztpraxen waren betroffen. Das entspricht einem Anstieg von über 80%.

Ein Minus von fast 10% bei der Zahlungsunfähigkeit gab es bei Praxen von Allgemeinmedizinern, bei Zahnärzten gab es sogar einen Rückgang von rund 20%.

Coronabeteiligung unklar

Allerdings geben die Zahlen keine Auskunft darüber, ob die Corona-Pandemie auf diese Entwicklung eine Auswirkung hatte. Es gibt hierzu keine Erhebungen, so hieß es aus Regierungskreisen.

Rückgang der Erlöse in Krankenhäusern

Schon im Februar gab es eine Studie darüber, die besagt, dass die Krankenhäuser im Januar 2021 im Vergleich zum gleichen Monat im Vorjahr 1,8 Milliarden Euro weniger eingenommen hätten. An der Umfrage für die Studie hatten sich rund 1.000 Krankenhäuser beteiligt. Durchgeführt wurde die Befragung von der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Deren Hauptgeschäftsführer, Gerald Gaß, sagte: "Die Politik muss die dramatische finanzielle Lage der Krankenhäuser zur Kenntnis nehmen und erkennen, dass das reguläre Finanzierungssystem in dieser Ausnahmesituation nicht funktioniert". Hier geht man also sehr wohl von einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aus.

Gründe in der Pandemie

Rund 40% der Krankenhäuser haben den Erhebungen zufolge keine Ausgleichszahlungen erhalten. Doch selbst dort, wo solche Hilfen geflossen sind, habe es Erlösverluste gegeben. Es heißt, die Zahlungen des Bundes würden die Einnahmeverluste nur zu etwa zwei Dritteln ausgleichen. Aktuell werden den Kliniken Hilfen gezahlt, wenn im Landkreis die Inzidenz über 70 liegt.

Dagegen sei zu argumentieren, dass alle Krankenhäuser Einnahmeprobleme wegen geringer Belegung hätten, unabhängig davon, ob sie Patienten mit Covid-19 betreuen würden. Denn die Betten seien im Januar 2021 um ein Viertel weniger belegt gewesen als im Jahr zuvor.

Gaß führte fort, dass alle Kliniken Hilfen erhalten müssten, da sie ohne starken Träger in der Hinterhand immer mehr in eine Liquidationsschieflage gerieten.



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