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Während Corona-Krise: Vertragsärzte nicht wertgeschätzt?

Auch wenn die Corona-Krise hierzulande weniger schlimm verlaufen ist als in anderen Ländern: die Ärzte und Krankenhäuser mussten sich darauf vorbereiten, rund um die Uhr zu arbeiten. Viele von ihnen haben auch mit erhöhtem Arbeitsaufwand zu kämpfen gehabt, und mit vielen besorgten Patienten.

Die Kassenärztliche Vereinigung hat nun in einer Aussprache am 12.6. darüber berichtet, dass der Einsatz in den Praxen nicht genug anerkannt würde, obwohl diese als "maßgebliche Leistungsträger" gewirkt hätten. Schließlich hätte man innerhalb kürzester Zeit Versorgungsstrukturen aufgebaut und den Öffentlichen Gesundheitsdienst unterstützt. Es hätte "außerordentliche Leistungen" gegeben, die in der aktuellen politischen Diskussion nicht ausreichend gewürdigt würden.

Hohe Kosten

Einer Umfrage zu Folge haben 92% der Praxen durch die Pandemie erhöhte Ausgaben gehabt. Gleichzeitig sind aber in vielen Fachgebieten die Fallzahlen zurückgegangen. Ein finanzieller Schutzschirm zur Abfederung dieser wirtschaftlichen Folgen sei nur "recht und billig".

Außerdem gäbe es in der Zukunft "erheblichen Nachholbedarf" in puncto Digitalisierung. Die vorgesehenen 10 Milliarden Euro für den Gesundheitsbereich seien viel zu wenig. Das Geld des Konjunkturpaketes gehe an den Praxen vorbei in die Krankenhäuser, so klagt auch der Vorstandsvorsitzende der KV Bayern, Wolfang Krombholz.

Bei den Gremien der EU müsse kommuniziert werden, dass das gute Abschneiden Deutschlands in der Krise auch zu einem großen Teil der guten Arbeit der Praxen geschuldet sei. Ambulante Betreuung in großem Maße absolviert

Ersten Auswertungen zufolge hat man in der Krise rund 118.000 Patienten mit Infektionen oder einem Verdacht auf eine Solche ambulant behandelt, und das allein im Bereich der KV Baden-Württemberg. Dagegen seien es stationär nur 3.000 gewesen. Auch in Hessen ergibt sich ein ähnliches Bild. Die Position soll daher auf Bundesebene gestärkt werden, die Deutsche Krankenhausgesellschaft habe dies vorgemacht.

Finanzierung der IT-Sicherheitsrichtlinie

Ein weiteres Thema ist die Finanzierung der IT-Sicherheitsrichtlinie. Der Gesetzgeber soll hierzu eine "aufwandsgerechte Finanzierung der von den Arztpraxen aus den aus der Richtlinie resultierenden Aufwände" sicherstellen. Dies soll getrennt von der vertragsärztlichen Vergütung erfolgen.



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