Menu
Header-Logo

Was denken Ärzte über das aktuelle deutsche Sterbehilfegesetz?

Palliativmediziner legen Verfassungsbeschwerde ein: doch warum? Sehen sie ihre Arbeit gefährdet?

Wann machen sich Ärzte strafbar? Kaum ein Thema dürfte so viele weitreichende Fragen aufwerfen wie die Sterbehilfe.

So sieht die Realität aus

Inzwischen müssen schwerkranke Patienten ohne die nötigen Schmerzmittel auskommen, weil sich Mediziner nicht mehr trauen, ihnen diese in der richtigen Menge zu verschreiben. Missbraucht sie der Patient für einen Suizid, steht der Arzt vor Gericht. Hintergrund ist folgender Passus:

„Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschäftsmäßig die Gelegenheit gewährt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Doch Mediziner wissen: Man kann sich auch ohne Tabletten das Leben nehmen – man verhindert dies also nicht. Nur die Kehrseite, dass dringend benötigte Medikamente deshalb verweigert werden, macht Angst. Ärzten wie Patienten.

Eigentlich galt das Gesetz bestimmten Organisationen wie „Sterbehilfe Deutschland“. Doch der Wortlaut des Gesetzes hat weiter gegriffen als zunächst beabsichtigt.

Organisationen im Ausland

Diese Organisationen können zudem – anders als die Ärzte – ohne Weiteres aufs Ausland ausweichen. Damit wird die Behandlung und Begleitung Sterbewilliger durch ihren Arzt verhindert. Die Rechtsbeistände der Ärzte bezeichnen daher das Gesetz als „Palliativmedizin-Erschwerungs-Gesetz“.

Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig

Das Gericht hat eine humane Entscheidung getroffen: Schwerkranken dürfe der Zugang zu Arznei für eine schmerzlose Selbsttötung in extremen Ausnahmefällen nicht verwehrt werden.

Zum eigentlichen Gesetz sind dreizehn Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe eingegangen. Man will dafür sorgen, dass es noch in diesem Jahr gesetzliche Klarheit zum Thema gibt. Ob dies gelingt, sei dahingestellt.


© 2017 1a-Ärztevermittlung