Artikel vom 15.04.2026
Ab dem 1. Mai 2026 steht der COVID-19-Impfstoff Nuvaxovid JN.1 in Deutschland nicht mehr zur Verfügung.
Darauf hat die KBV Anfang April unter Verweis auf das Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika am Paul-Ehrlich-Institut hingewiesen.
Hintergrund ist nicht eine neue Nutzenbewertung oder eine geänderte Empfehlung, sondern ein praktisches Problem: Alle im Zentrallager des Bundes verfügbaren und bereits ausgelieferten Chargen erreichen spätestens am 30. April das Ende ihrer Haltbarkeit. Eine weitere Verwendung darüber hinaus ist somit nicht mehr möglich.
Für den Praxisalltag ist die Meldung interessanter, als sie auf den ersten Blick wirkt. Restbestände sollen nach dem 30. April nicht weiter genutzt, sondern fachgerecht entsorgt werden.
Damit entfällt ab Mai eine Impfstoffoption, die sich von den mRNA-Präparaten technisch unterscheidet. Gerade dieser Punkt hatte Nuvaxovid für einen Teil der Impfwilligen relevant gemacht. Die jetzt angekündigte Änderung ist deshalb mehr als eine reine Lager- oder Logistikfrage. Sie verkleinert das verfügbare Spektrum in der COVID-19-Impfversorgung.
Ganz ohne Impfangebot bleibt die Versorgung jedoch nicht. Nach Angaben der KBV werden an die Variante LP.8.1 angepasste Comirnaty-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer weiterhin für alle Altersgruppen vom Bund bereitgestellt.
Für Praxen heißt das: Die COVID-19-Impfung bleibt grundsätzlich möglich, das Angebot verschiebt sich allerdings weiter in Richtung mRNA-basierter Präparate. Praxen, die bislang auf eine proteinbasierte Alternative gesetzt haben, werden diese ab Mai über die bisherige Bundesversorgung nicht mehr einsetzen können.
Medizinisch ist die Nachricht primär deshalb interessant, weil sie keine neue Impfempfehlung markiert, sondern eine Veränderung bei der tatsächlichen Verfügbarkeit.
Solche Unterschiede sind für die Versorgung entscheidend. Auf dem Papier kann eine Impfstrategie mehrere Optionen vorsehen. Im Alltag zählt jedoch, was in Praxen tatsächlich bestellt und verabreicht werden kann. Genau an dieser Stelle entsteht nun eine Lücke.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Die bisherige zentrale Beschaffung von COVID-19-Impfstoffen durch den Bund läuft nach KBV-Angaben ohnehin planmäßig aus. Sobald die Bestände aufgebraucht sind oder ihr Verfallsdatum erreichen, soll die Bestellung wieder regulär über Apotheken laufen.
Das Aus für Nuvaxovid JN.1 fügt sich in einen größeren Umbruch ein. Die Impfversorgung entfernt sich weiter von den Sonderstrukturen der Pandemie und bewegt sich Schritt für Schritt in reguläre Beschaffungs- und Versorgungswege zurück. Für Praxen kann das organisatorisch mehr Klarheit bringen, weil befristete Übergangslösungen nach und nach entfallen. Gleichzeitig wird das verfügbare Angebot enger.
Gerade für Praxen, die bislang unterschiedliche Impfstofftypen einplanen konnten, verändert sich damit der Spielraum im Praxisalltag spürbar.