Artikel vom 29.04.2026
Für die Brustkrebs-Früherkennung könnte sich in Deutschland bald etwas ändern.
Der G-BA hat am 16. April 2026 die Beratungen begonnen, um das Mammografie-Screening künftig schon ab 45 Jahren zu ermöglichen.
Aktuell können Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren dieses Angebot alle zwei Jahre nutzen. Über die Ausweitung der Altersgruppe soll nach dem jetzt veröffentlichten Zeitplan im Oktober 2026 entschieden werden.
Dieser Schritt kommt nicht überraschend. Den Anstoß dafür gibt eine geänderte Verordnung zur Brustkrebs-Früherkennung, die seit Anfang März 2026 gilt. Darin wird für Frauen zwischen 45 und 49 Jahren ein ausreichendes Verhältnis von Nutzen und möglichen Nachteilen gesehen. Auf dieser Basis prüft der G-BA nun die Ausweitung des Screenings auf die jüngere Altersgruppe.
Ob jüngere Frauen tatsächlich teilnehmen können, ist derzeit aber noch nicht endgültig entschieden.
Für die Versorgung beginnt jetzt die eigentliche Vorarbeit. Bevor Frauen zwischen 45 und 49 Jahren eingeladen werden können, müssen mehrere Punkte neu geregelt werden.
Der G-BA nennt hauptsächlich eine überarbeitete Versicherteninformation, damit Nutzen und mögliche Nachteile verständlich erklärt werden. Aber auch die Abläufe in den Screening-Einheiten und bei den einladenden Stellen der Länder müssen angepasst werden.
Es geht also nicht nur um eine neue Altersgrenze, sondern auch darum, dass die Erweiterung für den Praxisalltag tragfähig organisiert sein muss.
Gerade bei der Früherkennung reicht ein politisches Signal allein nicht aus. Entscheidend ist, dass Frauen vor einer Teilnahme nachvollziehen können, was eine Untersuchung leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
Früher entdeckte Tumore können die Behandlung erleichtern. Zugleich kann eine Mammografie auch Befunde sichtbar machen, die weitere Abklärungen nach sich ziehen, ohne dass am Ende tatsächlich eine Krebserkrankung vorliegt.
Genau deshalb bekommt die Aufklärung vor der Einladung ein so großes Gewicht. Der G-BA will das Verfahren nicht nur erkennbar ausweiten, sondern auch besser erklärbar machen.
Für Ärzte ist die aktuelle Entwicklung vorrangig ein Hinweis darauf, dass sich die Brustkrebs-Früherkennung in Kürze verändern könnte. Noch bleibt es beim bestehenden Angebot für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren.
Mit dem nun gestarteten Verfahren ist jedoch klar, dass die Erweiterung nicht mehr nur als mögliche Option im Raum steht. Sie wird konkret vorbereitet.
Damit beginnt schon jetzt eine Phase, in der Information, Einordnung und organisatorische Planung wichtiger werden.