Artikel vom 18.02.2026
Mit dem Aschermittwoch endet der Straßenkarneval 2026. In vielen Städten erstreckt er sich von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag und ist mit dichtem Gedränge, langen Nächten und viel Innenraumkontakt verbunden.
Durch die vielen engen Zusammentreffen, das zusätzliche Reisen und die kurzen Nächte werden gesundheitliche Folgen häufig erst sichtbar, wenn die Feiern vorbei sind und der normale Alltag wieder beginnt.
Dieses Jahr fielen die Feiern und Partys in eine Phase, in der akute Atemwegserkrankungen schon auf einem hohen Niveau lagen. Das Robert Koch-Institut bezifferte für die 5. Kalenderwoche 2026 rund 7,4 Millionen neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung.
In den Beobachtungssystemen wurden vor allem Grippeviren nachgewiesen und gleichzeitig nahm die Zahl der gemeldeten RSV-Fälle zu. Vor diesem Hintergrund warnten Städte und Gesundheitsämter bereits, dass sich diese Erreger besonders leicht verbreiten können, wenn viele Menschen auf engstem Raum aufeinandertreffen.
Zwischen Ansteckung und Symptombeginn liegt immer eine Inkubationszeit. Für die saisonale Influenza nennt das RKI typischerweise ein bis drei Tage, während RSV erst später auftreten kann. Hier liegt die Zeit bis zum Ausbruch bei zwei bis acht Tagen.
Kein Wunder, dass die Erkrankungen nicht während der Feiern selbst ausbrechen, sondern in den Tagen nach Rosenmontag bis in die Woche nach Aschermittwoch.
Bei Grippe beginnt die Erkrankung oft plötzlich mit Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Husten oder Halsschmerzen. RSV startet häufig mit Schnupfen und Husten, bei vulnerablen Personen kann Atemnot hinzukommen.
Wichtiger als die reine Symptomliste sind die Warnzeichen: ausgeprägte Atemnot, anhaltend hohes Fieber mit deutlicher Verschlechterung und starke Brustschmerzen sowie Zeichen von Dehydratation mit Kreislaufproblemen.
Treten solche Hinweise auf, sollte zeitnah eine medizinische Abklärung erfolgen, um Komplikationen früh zu erkennen und die Behandlung zügig einzuleiten.
Große Umzüge und lange Außenphasen bringen regelmäßig Stürze und Kältebelastungen mit sich. In der Rückschau ergibt sich damit ein typisches Muster: Die Feierphase endet am Veilchendienstag, die medizinischen Nachwirkungen werden jedoch häufig erst nach Aschermittwoch in der Versorgung sichtbar.
Für Praxen und Kliniken ist diese Nachlaufphase häufig der eigentliche Belastungstest.
Der Karneval endet zwar am Aschermittwoch, doch medizinisch beginnt erst jetzt die „heiße Phase“. Zeitversetzt auftretende Infekte, Nachwirkungen von Stürzen oder Kälte belasten Praxen und Kliniken in den Tagen danach spürbar.
Eine klare Einordnung der Symptome und das frühzeitige Erkennen von Warnzeichen bleiben somit entscheidend, damit schwere Verläufe nicht übersehen und die Versorgung in der Nachlaufphase gewährleistet werden kann.