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FSME vor dem Frühling 2026: Warum Zecken und Klimawandel den Praxisalltag stärker prägen

Artikel vom 04.03.2026

In einem Krankenhauszimmer wird einem Patienten am Bett ein frisch zusammengestelltes Menü serviert. Auf dem Tablett stehen mehrere Komponenten wie eine Hauptspeise mit Beilage, ein Salat sowie Obst, dazu ein Getränk. Die Szene vermittelt klinische Versorgung und den Fokus auf gesundheitsfördernde Verpflegung im Behandlungsalltag, passend zum Thema Prävention durch bessere Rahmenbedingungen in der Gemeinschaftsverpflegung.

Mit dem Blick auf den Frühling rückt auch das Thema Zecken wieder in den Alltag von Praxen. Neu ist der neue saisonale Rahmen: Zecken werden nicht mehr nur als Sommerproblem gesehen, und genau das verändert die Einschätzung des Risikos schon in den ersten warmen Wochen des Jahres.

Was die aktuellen Meldungen zeigen

In der vergangenen Woche wurde gemeldet, dass 2025 FSME-Fälle voraussichtlich ein neues Hoch erreicht haben könnten. Nach Angaben lagen bereits 693 gesicherte Fälle vor, dazu kamen mehr als 100 Verdachtsfälle, wobei die endgültigen Zahlen für 2025 erst noch offiziell veröffentlicht werden sollen.

Zum Vergleich: 2024 wurden 695 gesicherte Erkrankungen genannt, der bisherige Höchststand lag 2020 bei 704 Fällen.

Klimawandel verändert die Risikolage

Für die richtige Einordnung ist es wichtig, dass die Fallzahlen nicht nur mit einzelnen warmen Tagen zusammenhängen. In den aktuellen Berichten wird beschrieben, dass Zecken heute auch in kühleren Regionen und höheren Lagen vermehrt vorkommen als früher.

Die Hauptvorkommen bleiben zwar weiter in Baden-Württemberg und Bayern, doch auch aus anderen Bundesländern werden steigende Zahlen gemeldet. FSME wird somit zunehmend zu einem Thema, das nicht nur den Süden betrifft.

Was im Versorgungsalltag zählt

Für den medizinischen Alltag bedeutet das primär eines: FSME gehört bei neurologischen Beschwerden in die Differenzialdiagnostik, auch wenn die Region nicht als klassisches Hochgebiet gilt.

FSME kann das zentrale Nervensystem angreifen, also Bereiche, die für den Verlauf besonders kritisch sind. Schwere Krankheitsverläufe werden vor allem bei Erwachsenen beobachtet, weshalb eine Vorbeugung umso wichtiger ist. Denn: Gegen das Virus selbst gibt es keine gezielte Therapie. In einer Behandlung geht es lediglich darum, Beschwerden zu lindern und den Verlauf medizinisch zu begleiten.

Risikogebiete und Impfstatus frühzeitig prüfen

Nach Angaben auf infektionsschutz.de sind aktuell 183 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen, und das RKI veröffentlicht dazu jedes Frühjahr eine aktualisierte Karte. Zudem wird betont, dass auch außerhalb dieser Gebiete vereinzelt Infektionen auftreten.

Prävention zum Frühlingsstart praktisch einordnen

Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung für Personen in Gebieten mit erhöhten Zeckenvorkommen sowie für beruflich gefährdete Gruppen, wie Garten- und Landschaftsbauer, Landwirte oder Forstarbeiter.

Für den Aufbau des Schutzes sind drei Impfungen nötig, wobei ein Beginn in den Wintermonaten laut den öffentlichen Impfhinweisen sinnvoll ist, um zum Start der Zeckensaison bereits geschützt zu sein.

Zusätzlich helfen einfache Schutzmaßnahmen im Alltag: lange Kleidung, Zeckenschutzmittel, gründliches Absuchen nach Spaziergängen und das schnelle Entfernen einer Zecke. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Schritte zwar das Risiko mindern, aber keine Impfung ersetzen.

Schlussfolgerung für den Frühling 2026

FSME ist kein Randthema mehr. Hohe Fallzahlen in der Vergangenheit, längere Zeckenaktivität und eine breitere regionale Verteilung erhöhen die Relevanz für Aufklärung und Prävention.

Wenn Risikoprofile früh geprüft und Impfungen rechtzeitig geplant werden, lassen sich vermehrt schwere Verläufe vermeiden und die Versorgung durch Arztpraxen wird zum Saisonstart spürbar entlastet.